Eine Altenpflegerin in Schutzausrüstung hält die Hand eines Bewohners in einem Pflegeheim | dpa

Geplante Corona-Prämie Bis zu 550 Euro Bonus für Altenpflegekräfte

Stand: 22.02.2022 09:34 Uhr

Die Pandemie hat Beschäftigten in der Altenpflege einiges abverlangt. Für ihre Leistungen sollen sie einen Bonus von bis zu 550 Euro bekommen. Das geht aus einem Eckpunktepapier des Gesundheitsministeriums hervor.

Vollzeitkräfte in der Altenpflege sollen einen Corona-Bonus von bis zu 550 Euro bekommen. Das geht aus dem Eckpunktepapier des Gesundheitsministeriums für die Umsetzung des Pflegebonus in Krankenhäusern und in der Langzeitpflege hervor. Das Papier liegt dem ARD-Hauptstadtstudio vor. "Die Prämie soll an Pflegekräfte gezahlt werden, die während der Pandemie eine herausragende Leistung erbracht haben", heißt es demnach darin. 

Profitieren sollen beispielsweise Pflegekräfte, die durch die Behandlung von Covid-Patienten besonders belastet gewesen seien, etwa durch erhöhte Hygienemaßnahmen, ein erhöhtes Infektionsrisiko oder einen erhöhten Betreuungsaufwand von Infizierten.

"Der Pflegebonus kommt. Wir haben einen entsprechenden Entwurf entwickelt", sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Der Entwurf werde nun zeitnah den Gremien vorgelegt und solle dann rasch kommen.

Bonus soll ab 30. Juni ausgezahlt werden

Der Pflegebonus in der Altenpflege soll laut Eckpunkte-Papier ab dem 30. Juni, spätestens bis zum 31. Dezember 2022, von den Arbeitgebern ausgezahlt werden.

Profitieren sollen Beschäftigte von Pflegediensten und Pflegeheimen, die zwischen dem 1. November 2020 und dem 30. Juni 2022 für mindestens drei Monate in der Altenpflege tätig waren und am 30. Juni 2022 noch beschäftigt sind. 

Der Bonus soll gestaffelt ausgezahlt werden: Den höchsten Betrag von bis zu 550 Euro bekommen demnach Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung. Bis zu 370 Euro soll es für Personal geben, das mindestens 25 Prozent der Arbeitszeit in der direkten Pflege und Betreuung mitarbeitet. Dies könnten etwa Beschäftigte aus der Verwaltung, der Haustechnik, der Küche, der Gebäudereinigung, des Empfangs- und des Sicherheitsdienstes, der Garten- und Geländepflege, der Wäscherei oder der Logistik sein. 

Bis zu 330 Euro sollen Auszubildende in der Altenpflege bekommen, bis zu 190 Euro sonstige Beschäftigte und bis zu 60 Euro Helfer im Freiwilligendienst oder im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ). Den Pflege-Arbeitgebern soll der Bonus über die Pflegeversicherung erstattet werden.

Wie der Bonus in Kliniken ausgezahlt wird, ist noch unklar

Die Ampel-Koalition will die für den Corona-Pflegebonus vorgesehene eine Milliarde Euro zu gleichen Teilen zwischen Beschäftigten in der Altenpflege und Pflegekräften in Krankenhäusern aufteilen.

Die 500 Millionen Euro für die Kliniken sollen an Krankenhäuser gehen, die im Jahr 2021 mehr als zehn Covid-Beatmungsfälle behandelt haben. Laut Eckpunktepapier würden auf diese Weise 837 Krankenhäuser, die rund 95 Prozent aller Corona-Patienten versorgten, von der Bonuszahlung profitieren.

Die Krankenhausträger der begünstigten Krankenhäuser sollen gemeinsam mit der Beschäftigtenvertretung über die Prämienberechtigten und die jeweilige Prämienhöhe entscheiden. Die Prämien sollen sich in erster Linie an Pflegekräfte in der Pflege am Bett richten.

Laut Eckpunkte-Papier würden so rund 280.000 Pflegerinnen und Pfleger Geld bekommen. Pflegekräfte im Bereich der Intensivpflege sollten dem Papier zu Folge "einen höheren Bonus erhalten als Pflegekräfte in anderen Bereichen". Die staatlichen Corona-Prämien für die Pflege sollen nach dem Willen der Bundesregierung bis zu einer Höhe von 3000 Euro steuer- und abgabenfrei sein.

Minister Lauterbach betonte, es dürfe nicht beim Pflegebonus allein bleiben. "Wir müssen darüber hinaus auch die Situation für Pflegende insgesamt verbessern durch neue Personalbemessungssysteme und durch bessere Arbeitsbedingungen."

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. Februar 2022 um 06:30 Uhr in den Nachrichten.