Videokonferenz mit Kanzlerin Merkel beim Petersberger Klimadialog  | Bildquelle: AFP

Petersberger Klimadialog Merkel für klimafreundlichen Neustart

Stand: 28.04.2020 18:08 Uhr

Um der Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder auf die Beine zu helfen, werden Billionen-Hilfen fließen. Kanzlerin Merkel will, dass die auch den Klimaschutz voranbringen.

Von Angela Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio

Es war ein kurzer Auftritt der Bundeskanzlerin, technisch holprig, das Videobild aus dem Kanzleramt leicht verwischt, der Ton mit Aussetzern. Aber dennoch dürften viele zugehört haben, als Angela Merkel beim Petersberger Klimadialog dies klar machte: Es muss mehr getan werden gegen die Erderwärmung.

Petersberger Klimadialog: Konjunkturprogramme sollen mit Klimaschutz einhergehen
tagesschau 20:00 Uhr, 28.04.2020, Volker Schwenk, ARD Berlin

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Merkel für höheres Klimaziel

Konkret: Die Kanzlerin unterstützt ein ehrgeizigeres Klimaziel der EU für 2030, den Green Deal. "Europa soll bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden", sagte sie "Wir wissen, dass das ein langer Weg ist, und deswegen begrüße ich den Vorschlag des Zwischenziels, für die Europäische Union bis 2030 die Emissionen auf 50 bis 55 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren."

50 bis 55 Prozent - bisher gilt in der EU ein schwächeres Ziel, eine Emissionsminderung von nur 40 Prozent. Wird das ambitionierter, müsste auch Deutschland seine eigenen nationalen Klimaziele nachbessern, mehr tun - und das in Zeiten, in denen sich angesichts der Corona-Herausforderungen Stimmen mehren, beim Klimaschutz eher zurückzuschrauben.

Für die Kanzlerin ist das keine Option: "Es wird jetzt eine schwierige Verteilungsdiskussion geben", sagt sie. "Umso wichtiger wird es sein, wenn wir Konjunkturprogramme auflegen, immer den Klimaschutz ganz fest im Blick zu haben und deutlich zu machen, dass wir nicht etwa am Klimaschutz sparen, sondern dass wir in Klimaschutz investieren."

Und für diese klimafreundlichen Investitionen, sagt Merkel, müsse auf dem Finanzmarkt günstiges Kapital bereitgestellt werden. Von möglichst vielen Akteuren gemeinsam - von Staaten, Entwicklungsbanken, der privaten Finanzwirtschaft: "Insgesamt ist also wichtig, wenn Investoren sehen können, dass es sich lohnt, in moderne Technologien zu investieren."

Schnellerer Ausbau erneuerbarer Energien

Einen Halbsatz in Merkels kurzer Ansprache werden Umweltorganisationen besonders genau registriert haben: Die Kanzlerin betont nochmal das Ausbauziel für erneuerbare Energien. Bis 2030 sollen 65 Prozent des Stroms aus Wind und Sonne kommen. Doch der Ausbau ist zuletzt ins Stocken geraten, Zeitpläne ins Wanken. Bei Windrädern wird um Abstandsregelungen gestritten, bei der Sonnenenergie den Solarausbau generell. Das Kohleausstiegsgesetz sollte längst durch den Bundestag sein.

Und was in Deutschland holpert, läuft auch international nicht rund: Die nächste Weltklimakonferenz im Dezember in Glasgow muss wegen Corona ausfallen. Ist noch genug Druck und Ehrgeiz im Kessel, damit die Staaten - wie vereinbart - trotzdem ihre CO-Zwei-Minderungsziele nachbessern? Für Merkel muss das sein. Die Kanzlerin spricht sich auch für ein neues internationales Abkommen für Artenvielfalt aus.

Denn Lebensräume sind enger geworden, Mensch und Tier rücken sich zu dicht auf die Pelle, sagt Merkel, und zieht eine Verbindung zur Corona-Pandemie: "Wissenschaftlern zufolge sind in den letzten Jahrzehnten 60 Prozent aller Infektionskrankheiten von Tieren auf Menschen übertragen worden. Und das ist insbesondere auf die verstärkte Nutzung bisher ungestörter Lebensräume und die damit verbundene Nähe zu wilden Tieren zurückzuführen."

Mögliche Quelle von Corona könnte ein Wildtiermarkt in China, in Wuhan, gewesen sein. Klimaschutz und Artenvielfalt, das hat miteinander zu tun. Der Kampf gegen Erderwärmung kann viele Facetten haben.

Merkel will klimafreundliche Konjunkturhilfen - Petersberger Klimadialog
Angela Ulrich, ARD Berlin
28.04.2020 17:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. April 2020 um 20:00 Uhr.

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