Lehrerin und Schüler an einer Grundschule | Bildquelle: dpa

Zahlen des dbb Dem Staat fehlen mehr als 185.000 Mitarbeiter

Stand: 03.01.2018 11:51 Uhr

Dem Staat fehlen Mitarbeiter im öffentlichen Dienst - rund 185.000 Lehrkräfte, Feuerwehrleute oder Beschäftigte in Jobcentern. Besonders kritisch sei die Situation an Kitas und Schulen, erklärte der Beamtenbund. Zudem würden nicht genug neue Mitarbeiter eingestellt.

Es ist ein Personalmangel mit Ansage: Dem Staat fehlen nach Einschätzung des Beamtenbundes (dbb) derzeit mehr als 185.000 Mitarbeiter - Erzieher, Lehrkräfte, Feuerwehrleute oder Justizpersonal. Dieser Mangel dürfte sich laut dbb in den kommenden Jahren extrem verschärfen.

"Uns fehlen Leute an allen Ecken und Enden", sagte der dbb-Vorsitzende Ulrich Silberbach. "Durch seit Jahren fehlende Neueinstellungen steigt der Altersdurchschnitt beim vorhandenen Personal immer weiter, und alleine in den nächsten 15 Jahren werden circa 1,5 Millionen Kolleginnen und Kollegen altersbedingt ausscheiden." Ziehe man davon die zu erwartenden Neueinstellungen ab, bleibe eine Personallücke von mehreren Hunderttausend Beschäftigten.

Weniger Lehrer und Schüler-Boom

Die größte Lücke bestehe bei den Kommunen, die mehr als 130.000 Erzieher benötigten, erklärte der dbb in Berlin. Zuspitzen wird sich die Situation laut dbb auch an Schulen. Dort fehlten bereits 32.000 Lehrer. Verschärfend kommt hinzu, dass sich die Schülerzahlen in den kommenden Jahren entgegen der bisherigen Prognosen nach oben entwickeln werden. Das hatte die Bertelsmann-Stiftung in einer Studie berechnet. Ursachen seien steigende Geburtenzahlen sowie die Zuwanderung.

Die Polizeien von Bund und Ländern brauchen 8500 weitere Mitarbeiter, in der Justiz fehlen 3000 Mitarbeiter, in den Jobcentern 1500 und im öffentlichen Gesundheitsdienst 2500. Den Feuerwehren fehlen laut dbb 4000, den Jugendämtern 3000 Mitarbeiter.

Die Zahlen stammen von den einzelnen Mitgliedsgewerkschaften des dbb und zeigen laut Beamtenbund offene Stellen sowie den tatsächlichen Personalmangel im Arbeitsalltag. Unter anderem wegen der Herausforderungen durch Inklusion und Migration bräuchten vor allem Länder und Kommunen zusätzliches Personal, so der dbb, unter dessen Dach 42 Mitgliedsgewerkschaften organisiert sind.

Über dieses Thema berichteten am 03. Januar 2018 NDR Info um 10:45 Uhr in den Nachrichten und die tagesschau gegen 13:20 Uhr im ARD-Mittagsmagazin.

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