Ein Musterexemplar eines deutschen Reisepasses | Bildquelle: dpa

Sicherheit für Ausweis Fotos für den Pass - nur noch digital

Stand: 03.06.2020 17:33 Uhr

Die Regierung hat ein Gesetz für mehr Sicherheit von Ausweisdokumenten beschlossen: Wer künftig einen Pass oder Personalausweis beantragt, muss ein digitales Foto vorlegen. Kinderausweise gelten nur ein Jahr.

Fotos für den Pass oder Personalausweis müssen künftig in digitaler Form vorgelegt werden. Kinderausweise sollen nur noch ein Jahr gültig sein. Beides sieht ein Gesetzentwurf der Bundesregierung vor, den das Kabinett beschlossen hat. Es lässt den Bürgern allerdings die Wahl.

Foto in der Behörde oder im Laden

Bei den Fotos können sie sich entscheiden, ob sie sich für eine Gebühr von sechs Euro bei der ausstellenden Behörde ablichten lassen oder in einem Fotogeschäft. Voraussetzung ist hier allerdings, dass der Fotoladen das Bild anschließend per sicherer Übermittlung an die Passbehörde weiterleitet. Das ist unter anderem wichtig, um das sogenannte Morphing zu verhindern. Dabei verschmelzen die Aufnahmen der Gesichter mehrerer Personen zu einem Bild, die dann theoretisch jeweils den Ausweis zum Grenzübertritt benutzen könnten.

Eine Frau benutzt auf dem Flughafen in Düsseldorf die automatisierte Grenzkontrolle
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Ausweisdokumente sollen künftig sicherer vor Fälschung werden.

Der ursprüngliche Vorschlag von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), Passfotos künftig nur noch in der Behörde zu machen, hatten die Inhaber von Foto-Geschäften kritisiert. Sie sahen ihr Geschäftsmodell bedroht.

Der Kinderausweis, der sofort ausgehändigt wird, soll nach dem Willen der Regierung zwar nicht abgeschafft werden. Da er anstatt sechs Jahre künftig nur noch ein Jahr gültig sein soll, werden aber wohl viele Eltern für ihren Nachwuchs gleich den biometriefähigen Reisepass beantragen. Der gilt dann sechs Jahre lang.

Schutz vor Fälschungen

Mit den Maßnahmen sollen Fälschungen von Ausweisdokumenten erschwert werden. Zudem soll so verhindert werden, dass Verwaltungsbeamte Fotos akzeptieren, die den biometrischen Vorgaben nicht genügen. Wer einen Personalausweis beantragt, soll zudem künftig verpflichtet werden, zwei Fingerabdrücke zu liefern, die in der Ausweiskarte gespeichert werden. Damit werde eine EU-Verordnung umgesetzt, die im August 2021 in Kraft tritt, hieß es.

Strafgefangene sollen sich vor ihrer Entlassung einen gültigen Personalausweis besorgen. Denn ohne Ausweis wird die Rückkehr in die Gesellschaft leicht zum Hindernislauf.

Geschlechtseintrag "X"

Menschen, die im Personenstandsregister nicht als weiblich oder männlich geführt werden, können laut Entwurf künftig auch im Reisepass oder in einem ausländerrechtlichen Dokument in das Feld "Geschlecht" ein X eintragen lassen. Sollten sie allerdings befürchten, auf Reisen aufgrund dieses Geschlechtseintrags diskriminiert zu werden, können sie sich auch dafür entscheiden, im Reisepass weiter "männlich" oder "weiblich" genannt zu werden, auch wenn im Personenstandsregister etwas anderes steht.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 03. Juni 2020 um 18:06 Uhr.

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