Grabstein der seit 15 Jahren vermissten Peggy

Verdächtiger bestreitet Mord Teilgeständnis im Mordfall Peggy

Stand: 21.09.2018 13:22 Uhr

2001 starb die damals neunjährige Peggy - ihr Tod wurde nie aufgeklärt. Nun hat ein Verdächtiger gestanden, ihre Leiche einst in einem Wald in Thüringen vergraben zu haben. 

Im Mordfall Peggy gibt es ein Teilgeständnis. Ein 41 Jahre alter Mann habe gestanden, die Leiche des neunjährigen Mädchens im Jahr 2001 in ein Waldstück in Thüringen gebracht zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft in Bayreuth mit. "Die Ermittlungen schreiten voran", sagte Staatsanwalt Daniel Götz. 

Obwohl der Tatverdächtige Manuel S. mit dem Mord nichts zu tun haben will, lautet der Vorwurf gegen ihn auf Mord. Der Tatverdächtige befinde sich aber dennoch nach seiner Vernehmung in der vergangenen Woche auf freiem Fuß. "Haft setzt einen dringenden Tatverdacht voraus, den sehen wir im Moment nicht", sagte der Staatsanwalt.

41-Jähriger gesteht Beförderung und begraben der Leiche
tagesschau 20:00 Uhr, 21.09.2018, Jörg Hertle, BR

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Mann will nicht für Tod verantwortlich sein

Bushäuschen in Lichtenberg | Bildquelle: dpa
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Die Leiche des Mädchens soll in einem Bushäuschen in ihrem Heimatort Lichtenberg gelegen haben.

Der Tatverdächtige S. habe angegeben, die Leiche von einem ihm namentlich bekannten Mann übernommen zu haben. Das Mädchen habe leblos in einem Bushäuschen in ihrem Heimatort Lichtenberg gelegen, S. habe nach eigenen Angaben noch versucht, das Kind wiederzubeleben. Die Polizei wollte aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben dazu machen, wer die Leiche an S. übergeben haben soll.

Der Leiter der Sonderkommission zu dem Mordfall bei der Polizei, Uwe Ebner, sagte, die Ermittler seien überzeugt, nun den Mann gefunden zu haben, der das Kind in ein Waldstück in Thüringen gebracht habe. Dort waren die sterblichen Überreste im Jahr 2016 zufällig von einem Pilzsammler entdeckt worden.

Im Zuge einer forensischen Pollenanalyse von Fundstücken waren Torfspuren entdeckt worden. Sie stehen in Bezug zu Pflanzarbeiten des Mannes am Tattag, die den Ermittlern bekannt waren. Außerdem fanden sie Farbreste, wie sie in Renovierungsmüll vorkommen. "Den Ermittlern war bekannt, dass der jetzt Beschuldigte damals umfangreiche Renovierungsarbeiten ausgeführt hatte", hieß es.

Auf dem Schulweg spurlos verschwunden

Polizeifahrzeuge sind im September bei Wurzbach im Saale-Orla-Kreis zu sehen. | Bildquelle: dpa
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In einem Waldstück in Thüringen waren die sterblichen Überreste im Jahr 2016 zufällig von einem Pilzsammler entdeckt worden

Peggys Schicksal zählt zu den rätselhaftesten Vermisstenfällen in Deutschland. Am 7. Mai 2001 war die damals Neunjährige auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Gut 15 Jahre später - Anfang Juli 2016 - fand ein Pilzsammler Teile ihres Skeletts in einem Waldstück bei Rodacherbrunn in Thüringen - knapp 20 Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg in Oberfranken entfernt.

2004 und damit lange vor dem Fund der sterblichen Überreste war ein geistig behinderter Mann aus Lichtenberg wegen Mordes an dem Mädchen zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden; in einem Aufsehen erregenden Wiederaufnahmeverfahren wurde er aber zehn Jahre später freigesprochen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. September 2018 um 12:00 Uhr.

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