Ein Plakat mit der Aufschrift "Unser Land, unsere Heimat - Du, mein Deutschland" hängt beim Landesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) auf dem Podium. | Bildquelle: dpa

"Patriotische Plattform" Rechte AfD-Gruppe löst sich auf

Stand: 21.09.2018 15:33 Uhr

Nachdem der Verfassungsschutz auf die "Patriotische Plattform" aufmerksam geworden war, löst sich die rechte Gruppierung der AfD nun auf. Ihr Vorsitzender hält seine Ziele ohnehin für erreicht.

Die "Patriotische Plattform" - ein Rechtsausleger der AfD - will sich selbst auflösen. Der Vorstand wolle dies bei der nächsten Mitgliederversammlung beantragen, teilte ihr Vorsitzender, Hans-Thomas Tillschneider, mehreren Medien mit. Die "Patriotische Plattform" habe sich "überlebt", sagte er. Sie müsse aufgelöst werden, da sie eine Angriffsfläche biete.

Rechte Plattform gegen die AfD als "Scheinalternative"

Gegründet wurde die "Patriotische Plattform" 2014, um sicherzustellen, dass sich die AfD unter ihren Gründungschefs Bernd Lucke und Frauke Petry nicht zu einer allzu gemäßigten "Scheinalternative" entwickle. So beschrieb es Tillschneider gegenüber dem "Spiegel" "Dieses Ziel ist schon lange erreicht", sagte er. "Wir können alles, was wir sagen und tun wollen, auch auf allen Ebenen der AfD sagen und tun."

Tillschneider betonte zudem, dass es keine Distanz gebe zwischen der AfD und der rechtsextremen "Identitären Bewegung":"Die AfD will das Gleiche wie die 'Identitäre Bewegung', inhaltlich gibt es keinen Dissens." Beiden gehe es darum, "das deutsche Volk als ethnokulturelle Einheit zu erhalten", sagte Tillschneider der "FAZ". Er sitzt für die AfD im sachsen-anhaltinischen Landtag.

Bekannte rechtsextreme Überläufer

Der Verfassungsschutz von Nordrhein-Westfalen hatte jüngst eine bundesweite Beobachtung der "Patriotischen Plattform" gefordert, da "gewichtige Anhaltspunkte für eine verfassungsfeindliche Bestrebung" der Organisation vorlägen.

Zweck der Gruppe ist es, "mit ihrer rechtsextremistischen Agenda auf die AfD Einfluss auszuüben und damit Politik zu gestalten", heißt es in einem internen Dokument des Verfassungsschutzes, aus dem der "Spiegel" zitiert. Im PP-Vorstand säßen bekannte Überläufer aus anderen rechtsextremistischen Organisationen. 

Tillschneider sagte gegenüber dem Nachrichtenmagazin, sein Verein habe zu Unrecht das Etikett bekommen, noch rechter zu sein als die Gruppe um Björn Höcke.

Die geplante Auflösung der "Patriotischen Plattform" dürfte auch eine Reaktion auf die Entscheidung des AfD-Bundesvorstands sein, künftig mit einer internen Kommission gegen allzu rechtsradikale Umtriebe in der Partei vorzugehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. September 2018 in den Nachrichten.

Darstellung: