Arzt mit Roentgen-Aufnahmen

Bericht über Einigung Patientenakte auf dem Handy

Stand: 15.10.2018 09:10 Uhr

Arztbefunde, Röntgenbilder und Verschreibungen - gespeichert im Smartphone. Das soll künftig mit der elektronischen Patientenakte möglich sein. Nach längerem Hin und Her gibt es nun offenbar eine Einigung.

Das Grundkonzept für die elektronische Patientenakte steht offenbar. Das "Handelsblatt" berichtet über eine Einigung zwischen Krankenkassen, Ärzten und dem Bundesgesundheitsministerium. Die Akteure im Gesundheitswesen hätten die Schaffung gemeinsamer Standards verabredet, heißt es unter Berufung auf eine entsprechende Absichtserklärung.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht im Deutschen Bundestag. | Bildquelle: dpa
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn treibt die elektronische Patientenakte massiv voran.

Seit langem wird über die elektronische Patientenakte diskutiert - als Fortentwicklung der Gesundheitskarte. Nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen gesetzlich Versicherte spätestens ab dem Jahr 2021 auch über Smartphones und Tablets ihre Patientendaten einsehen können. Spahn drohte dem Bericht zufolge damit, die Ausgestaltung der Digitalakte an sich zu ziehen, sollten sich Kassen und Ärzte weiter blockieren.

Befunde und Röntgenbilder im Smartphone

Ziel ist demnach ein einheitliches Muster der Patientenakte: Neben einem Standardbereich für medizinische Daten wie Röntgenbilder, Verschreibungen, Impfungen und Arztbesuche soll es einen Bereich der Gesetzlichen Krankenkassen geben, in dem etwa Informationen zu Bonusprogrammen gespeichert sind. Auch die Versicherten könnten einen eigenen Bereich erhalten, in dem sie beispielsweise Fitnessdaten speichern können.

Aus der nun erzielten Einigung geht dem Bericht zufolge hervor, dass die für die Vernetzung im Gesundheitswesen zuständige Gesellschaft Gematik die grundlegende technische Architektur und die notwendigen Schnittstellen schaffen soll. Die Ärzteschaft sollen die Formate festlegen, in denen medizinische Daten gespeichert werden.

Patienten entscheiden, wer was sieht

Die Patienten behalten laut dem Zeitungsbericht die Hoheit über ihre vernetzten Daten. Sie sollen entscheiden können, wer auf welche Informationen zugreifen darf. Die Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, nannte die geplante Digitalakte einen "Meilenstein in der Modernisierung der Patientenversorgung".

Bisher gab es nur einzelne Angebote in diesem Bereich. Die AOK und die Techniker Krankenkassen hatten solche Digitalakten vorgestellt. Außerdem gibt es eine App eines Berliner Startups, in die Versicherte bestimmter Krankenkassen ihre persönlichen Daten eintragen können.

Das Grundkonzept für die elektronische Patientenakte steht
Anne Görler, ARD Berlin
15.10.2018 11:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Oktober 2018 um 05:30 Uhr.

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