Hinweisschild auf Corona-Testzentrum in Rostock | Bildquelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Corona-Ausbreitung Bundesweit fast 5000 Neuinfektionen

Stand: 26.03.2020 09:30 Uhr

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts binnen eines Tages um 4995 auf 36.508 gestiegen. 198 Menschen starben hierzulande bereits an den Folgen.

In Deutschland haben sich bislang 36.508 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus den neuen Zahlen des Robert Koch-Institutes hervor. Damit stieg die Zahl der gemeldeten Infektionen innerhalb eines Tages um 4995 Fälle.

Bislang starben laut RKI 198 Menschen an den Folgen der Infektion. 50 Todesfälle wurden neu verzeichnet.

Besonders viele Fälle im Süden

Die meisten Fälle gibt es mit 7993 aktuell in Bayern, aber auch in Nordrhein-Westfalen sind 7924 Menschen erkrankt. Auch Baden-Württemberg ist mit 7283 Infektionsfällen stark betroffen. Mit großem Abstand folgen dann Niedersachsen (2347 Fälle) und Hessen (2157).

Doch die drei am stärksten betroffenen Bundesländer sind auch die, in denen die meisten Menschen leben. Betrachtet man die Zahl der Coronavirus-Infektionen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl, zeigt sich deshalb ein anderes Bild: Dann gibt es besonders viele Fälle in Hamburg. Dort sind 1265 Menschen infiziert, das sind 69,1 Fälle pro 100.000 Einwohner. Erst danach folgen Baden-Württemberg und Bayern mit 66,1 und 61,5 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Insgesamt haben sich laut Robert Koch-Institut mehr Männer mit dem Coronavirus angesteckt. Die große Sorge gilt den älteren Menschen. Allerdings wurden die meisten Fälle nicht in der älteren Bevölkerung, sondern in der Altersgruppe zwischen 35 und 59 Jahren gemeldet: Etwa 10.200 Männer dieses Alters und 8200 Frauen zwischen 35 und 59 haben sich laut RKI infiziert. In dieser Altersgruppe verläuft die Krankheit aber oft milder.

Keine eindeutige Verlangsamung

Während Anfang der Woche ein leichter Rückgang der täglichen Neuinfektionen zu beobachten war, ist bei den neu gemeldeten Zahlen kein eindeutiger Trend zu erkennen - nicht zuletzt, da sich die neu gemeldeten Infektionen auf mehrere Vortage verteilen.

Gestern hatte das Bundesgesundheitsministerium darauf hingewiesen, dass es für eine Entwarnung noch keinen Grund gebe. "Wir erleben eine leichte Abflachung der Infektionskurve", so ein Sprecher. Jedoch stehe Deutschland noch am Anfang der Epidemie. Derzeit sei noch nicht abzuschätzen, wie sich die Lage entwickeln werde.

Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts
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Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, das täglich die offiziellen Infektionszahlen für Deutschland bekannt gibt.

Bei den Infektionsfällen gibt es unterschiedliche Fallzahlen, die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns Hopkins Universität vermeldet wegen einer fortlaufenden Zählung höhere Zahlen. RKI-Präsident Lothar Wieler sagte, diese Zahlen seien nicht falsch. Die Zahlen des RKI seien aber ähnlich einem amtlichen Ergebnis einer Wahl die offiziellen Zahlen, darin flössen auch weitergehende Informationen etwa zum Alter der Erkrankten ein.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. März 2020 um 12:00 Uhr.

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