Boris Palmer | Bildquelle: dpa

Tübinger Oberbürgermeister FDP wirbt um Palmer

Stand: 10.05.2020 11:30 Uhr

Den Rückhalt bei den Grünen hat der Tübinger Oberbürgermeister Palmer weitgehend verloren. Sein Landesverband forderte ihn sogar zum Austritt auf. Die FDP hingegen machte ihm nun ein Angebot - das Palmer aber ablehnte.

Die baden-württembergische FDP hat dem Grünen-Politiker Boris Palmer ein Aufnahmeangebot unterbreitet. Der FDP-Landesvorsitzende Michael Theurer sagte der "Bild am Sonntag", Palmer sei "herzlich willkommen".

Dieser sei ein streitbarer, kluger Kopf, der manchmal über das Ziel hinausschieße, nicht immer den richtigen Ton treffe, aber auch zur Einsicht fähig sei. "Wir sind eine Heimat für kritische Köpfe. Wir halten das aus, wir kämpfen für Meinungsfreiheit", so Theurer weiter.

Das Angebot lehnte Palmer aber ab. "Als Ökologe kann man unmöglich Mitglied der FDP werden. Da hätte ich jeden Tag Streit in der Sache und nicht nur um Worte", teilte der 47-Jährige der Deutschen Presse-Agentur mit.

Kritik wegen Aussagen zu Corona-Sterblichkeit

Dabei ist Palmer in der eigenen Partei nicht mehr wohlgelitten. Immer wieder hatte er in den vergangenen Jahren mit Äußerungen für Empörung innerhalb und außerhalb der Partei gesorgt.

Zuletzt hatte er in einem Interview zu den Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise gesagt: "Ich sag es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einen halben Jahr sowieso tot wären - aufgrund ihres Alters und ihrer Vorerkrankungen."

Die Grünen-Parteispitze hatte sich daraufhin deutlich von Palmer distanziert. Der Landesvorstand der Partei hatte ihn sogar zum Austritt aufgefordert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Mai 2020 um 10:00 Uhr.

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