Menschen stehen im niedersächsischen Wartjenstedt um ein traditionelles Osterfeuer. | Bildquelle: dpa

Waldbrandgefahr Viele Osterfeuer wegen Trockenheit abgesagt

Stand: 20.04.2019 03:50 Uhr

Osterfeuer haben eine lange Tradition, sind aber inzwischen nicht mehr unumstritten. In diesem Jahr wird vielerorts die Trockenheit der entscheidende Faktor sein - bundesweit wurden zahlreiche Feuer wegen Waldbrandgefahr abgesagt.

Zu den Osterfeiertagen zeigt sich das Wetter über Deutschland von seiner besten Seite: Sonnenschein, Temperaturen um die 20 Grad und kein Tropfen Regen sind in diesen Tagen weit verbreitet. Doch das hat auch Schattenseiten: Die Waldbrandgefahr ist vielerorts hoch. Deshalb müssen fast im gesamten Bundesgebiet traditionelle Osterfeuer abgesagt werden.

Wegen der Gefahrenstufe 4 wurden etwa in Rostock die größeren Feuer abgesagt. Von dem Verbot ausgenommen sei lediglich das Feuer am Samstagabend am Strand von Warnemünde, sagte Stadtsprecher Ulrich Kunze. Dies sei aber "eine große Ausnahme".

Absagen melden auch viele Städte und Gemeinden in Sachsen-Anhalt: In den Regionen Stendal, Halle und Dessau wurden viele der Traditionsfeuer untersagt.

Auch in Niedersachsen dämpfen die Behörden die Vorfreude: Angesichts der hohen Waldbrandgefahr rät der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen (LFV), Karl-Heinz Banse, zur Absage von Osterfeuern. So gilt in der Lüneburger Heide noch bis mindestens Sonnabend im Bereich von fünf Messstationen die höchste Gefahrenstufe 5. Gefahrenstufe 4 gilt für Soltau, Uelzen, Nienburg und Wendisch Evern - und zwar bis mindestens Ostersonntag.

Trockenheit Folge des Rekordsommers 2018

Auch der Harz ist nach Auskunft der Nationalparkverwaltung gefährdet. In den mittleren und oberen Lagen des Harzes lägen noch trockenes Gras und Laub auf dem Waldboden, die schnell brennen könnten.

Schon vor zwei Tagen waren in Brandenburg die meisten Osterfeuer abgesagt worden. In allen Landkreisen gelten laut Waldbrandschutzbeauftragten mindestens die Gefahrenstufe 4. Auch in Sachsen - in Torgau, Taucha und Schkeuditz und Bad Düben - wurden offene Feuer verboten.

Die starke Trockenheit sei auch eine Spätfolge des Rekordsommers 2018, sagte DWD-Sprecherin Corinna Schube dem NDR. Es habe einfach noch immer nicht genug geregnet, um das Wasserdefizit aus dem vergangenen Jahr auszugleichen. Der ausgetrocknete Boden und wenig Regen seien die Hauptgründe für die hohe Waldbrandgefahr. Der DWD rechnet erst Mitte der kommenden Woche damit, dass sich die Lage entspannt.

Wegen der Trockenheit gab es es seit Jahresbeginn bundesweit schon mehrere Waldbrände, etwa in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 20. April 2019 um 06:11 Uhr.

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