Carl-von-Ossietzky-Preis verliehen Kapitän und Geschäftsmann für Zivilcourage geehrt

Stand: 13.12.2009 15:21 Uhr

Der Lübecker Kapitän Stefan Schmidt und der Dessauer Geschäftsmann Mouctar Bah sind in Berlin von der Internationalen Liga für Menschenrechte mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille ausgezeichnet worden.

Beide hätten außerordentliche Zivilcourage bewiesen und einen besonderen Beitrag zur Verwirklichung der Menschenrechte geleistet, teilte die Internationale Liga für Menschenrechte mit.

Angeklagt nach Rettung Schiffbrüchiger

Stefan Schmidt und Mouctar Bah
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Stefan Schmidt und Mouctar Bah

Schmidt rettete vor fünf Jahren als Kapitän der "Cap Anamur" 37 Schiffbrüchige, die auf der Flucht nach Europa vor der italienischen Küste in Seenot geraten waren. Er musste sich dafür vor einem italienischen Gericht wegen Beihilfe zu illegaler Einreise verantworten. Im Oktober 2009 wurde er aber freigesprochen.

Der aus Guinea stammende Bah erhielt den Preis für seinen Einsatz zur Aufklärung der Todesumstände des Asylbewerbes Oury Jalloh. Dieser war 2005 bei einem Brand in einer Polizeizelle ums Leben gekommen.

Carl-von-Ossietzky Medaille
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In diesem Jahr ging der Preis an einen Kapitän und einen Geschäftsmann.

Zu den Rednern im Berliner Haus der Kulturen der Welt zählte auch Günter Wallraff. Der Autor forderte die Stadt Dessau auf, den Preisträger Bah zum Ehrenbürger zu ernennen. Wallraff hatte Bah während der Dreharbeiten für seinen Dokumentarfilm "Schwarz auf Weiß" über Rassismus kennengelernt.

Die Ossietzky-Medaille wird seit 1962 vergeben und ist undotiert. Sie geht auf den Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky (1889 - 1938) zurück. Auch Günter Grass, Friedrich Schorlemmer und Lea Rosh wurden schon mit der Medaille geehrt.

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