Polizeiautos in Oppenau im Schwarzwald | Bildquelle: dpa

Großfahndung bei Oppenau Auch nach drei Tagen keine Spur

Stand: 15.07.2020 15:56 Uhr

Noch immer haben die Ermittler keine Spur von dem Mann, der im Schwarzwald mit gestohlenen Polizeiwaffen unterwegs ist. Nach Berichten über ein "Manifest" wird geprüft, ob der Gesuchte der Verfasser des Schreibens ist.

Drei Tage nach der Entwaffnung von Polizisten im baden-württembergischen Oppenau ist der gesuchte Mann weiterhin flüchtig. Auch heute waren nach Angaben der Polizei etwa 200 Einsatzkräfte an der Fahndung nach dem Schwerbewaffneten beteiligt.

Die Polizei habe ihre Maßnahmen im Hintergrund verstärkt, sagte Sprecher Yannik Hilger. Deshalb seien weniger Beamte zu sehen. Die Beamten kontrollierten weiter das Gebiet, in dem sich der Mann aufhalten könnte. Auch Spezialkräfte seien im Einsatz.

In Oppenau sind Präventionsteams unterwegs, um die Menschen zu beraten. Die Polizei Offenburg betreibt laut dem SWR zudem eine Infostelle. Demnach erkundigten sich die meisten Bürger nach dem Aufenthalt im Freien und insbesondere im Wald. Vom Joggen im Wald rät die Stelle derzeit ab und empfiehlt, den Aufenthalt im Freien auf das Nötigste zu beschränken.

Berichte über "Manifest"

Zugleich prüft die Polizei ein mögliches "Manifest" des 31-jährigen Deutschen. Es sei aber nicht gesichert, dass der Text tatsächlich von dem Mann stamme, sagte Hilger. Eine politische Richtung sei daraus nicht abzuleiten, es handele sich um einen Hinweis unter vielen. Der Text bestätige in erster Linie eine Affinität des Verfassers zum Wald.

Zuvor hatten Medien über das Schreiben berichtet. "Baden-Online" zufolge wurde der Text in einem Lokal in Oppenau hinterlegt. Laut der "Bild"-Zeitung soll das Dokument zwei Seiten lang sein und den Titel "Der Ruf der Wildnis" tragen. Der Autor beklage darin die Ausbeutung der Menschen in armen Ländern und die Zerstörung von Lebensräumen.

Flucht in unwegsamen Wald

Am Sonntag waren Polizisten zur Kontrolle in einer Hütte angerückt, nachdem ihnen ein Verdächtiger in Tarnkleidung und mit Pfeil und Bogen gemeldet worden war. Der Mann ohne festen Wohnsitz bedrohte die Beamten daraufhin mit einer Schusswaffe und zwang sie, ihre Dienstpistolen abzulegen. Anschließend flüchtete er mit den Waffen in den unwegsamen Wald. Den Ermittlern zufolge kennt er sich dort sehr gut aus.

In der Vergangenheit war der Mann immer wieder durch Waffendelikte aufgefallen. Hinweise etwa auf eine Nähe zur Reichsbürgerszene gebe es nicht.

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