"Tokyo 2020" steht an einer Wand des Nationalstadions geschrieben, an der ein Mann vorbeigeht (Archivbild). | dpa

Fan-Ausschluss bei Olympia "Es wird nicht so emotional ohne Fans"

Stand: 09.07.2021 07:15 Uhr

Das deutsche Olympia-Team hat mit Verständnis auf den Ausschluss der Fans bei den Olympischen Spielen in Tokio reagiert. Es sei "sehr, sehr schade, aber nachvollziehbar", sagte DOSB-Athletensprecher Hartung in den tagesthemen.

Nach der Entscheidung der japanischen Regierung, Fans von den Olympischen Sommerspielen in Tokio auszuschließen, haben die Sportler des deutschen Olympia-Teams ihr Verständnis geäußert. Man sei froh, dass man überhaupt an den Spielen teilnehmen könne, sagte Max Hartung, der Vorsitzende Athletensprecher des Deutschen Sportbundes (DOSB) im Interview mit den tagesthemen.

"Dass es jetzt so gekommen ist, ist sehr, sehr schade, aber nachvollziehbar", so Hartung. Allerdings habe diese Option schon länger im Raum gestanden. Doch ohne Zuschauer würden es andere Olympische Spiele werden, räumte Hartung ein. "Es wird nicht so emotional ohne jubelnde Fans." Während des Aufenthaltes in Tokio werden die deutschen Athleten wohl größtenteils abgeschirmt, so Hartung, in seinem Fall bedeute das vom Hotel auf die Fechtbahn und zurück.

"Olympia ohne Zuschauer ist verdammt schade"

Zuvor hatte Gastgeber Japan beschlossen, für Tokio erneut den Corona-Notstand zu verhängen und auch einheimische Fans aus den Arenen zu verbannen. Grund sind die wieder steigenden Infektionszahlen in der Hauptstadt.

Auch andere Sportler des deutschen Olympia-Teams äußerten Verständnis für den Fan-Ausschluss. "Diese Unterstützung wird uns Athleten fehlen, aber wir werden das Beste daraus machen und uns gegenseitig anfeuern. Der Sportsgeist bleibt ungebrochen", sagte Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo.

Speerwerfer Johannes Vetter sagte Sport1: "Olympia ohne wenigstens ein paar Zuschauer ist verdammt schade." Mit Blick auf die gut besetzten Tribünen bei der Fußball-Europameisterschaft, dass sich beim "Allvater Fußball zeigt, dass andere Gesetze gelten." Für viele Athleten wäre eine Absage "ein Riesenschock" gewesen, sagte Kunstturnerin Elisabeth Seitz am Donnerstagabend im ZDF heute-journal.

"Die richtige Entscheidung"

Sie sei "sehr dankbar", dass die Spiele tatsächlich stattfinden. "Und das ist für uns Sportler schon einmal ein Riesengeschenk. Und wir versuchen trotzdem, einfach unser Bestes zu geben und alles bestmöglich zu genießen, selbst wenn es andere Spiele sind als sonst", sagte die 27-Jährige. Geisterspiele seien die richtige Entscheidung: "Denn Sicherheit geht am Ende immer vor."

Auch DOSB-Präsident Alfons Hörmann verwies auf die bei der Fußball-EM zugelassenen Tausenden Zuschauer. "Diese Bilder sind für uns im Sport auch gegenüber der Bevölkerung kaum zu vertreten. Da leben wir lieber mit der sicheren Variante", sagte der DOSB-Chef der "Welt". Das deutsche Team werde seinerseits alles für möglichst sichere Sommerspiele tun. "Die Impfquote liegt bei über 90 Prozent, da haben wir einen exzellenten Wert und maximale Sicherheit für alle, die hinreisen", sagte Hörmann.

Olympia in Tokio soll am 23. Juli eröffnet werden. In Japan hatte sich in den vergangenen Monaten in Umfragen eine Mehrheit gegen die Austragung der bereits um ein Jahr verschobenen Spiele ausgesprochen. Die japanischen Organisatoren und das Internationale Olympische Komitee haben eine erneute Verlegung oder Absage wegen der Pandemie aber immer wieder ausgeschlossen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 08. Juli 2021 um 22:15 Uhr.

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