Corona Test in Hamburg | dpa

Bericht von EU und OECD Deutschland reagierte "effektiv" auf Pandemie

Stand: 13.12.2021 14:06 Uhr

Die EU-Kommission und die OECD haben Deutschland bescheinigt, "angemessen und effektiv" auf die Corona-Pandemie reagiert zu haben. Die Untersuchung bezieht sich vor allem auf Maßnahmen im Jahr 2020.

Deutschland hat einem internationalen Bericht zufolge "angemessen und effektiv" auf die Corona-Pandemie reagiert. Die Bundesrepublik sei "vergleichsweise gut auf einen Gesundheitsnotstand vorbereitet" gewesen und habe rasch den Nationalen Pandemie-Plan aktiviert, heißt es in dem Report der EU-Kommission und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Deutschland hatte demnach hohe Kapazitäten zur Überwachung, Erkennung und Testung von Krankheiten. Die Verfügbarkeit von Akut- und Intensivbetten sei während der ersten Welle der Pandemie zu keiner Zeit gefährdet gewesen, heißt es im deutschen Länderprofil des Berichts, der sich vor allem auf 2020 bezieht.

Weniger Covid-Tote als in anderen EU-Staaten

Verglichen mit den meisten anderen EU-Ländern hatte Deutschland auch weniger Covid-Tote im Verhältnis zu Bevölkerungszahl zu beklagen. Bis Ende August 2021 habe die Rate der Todesfälle bei rund 1100 pro Million Einwohner gelegen - im EU-Durchschnitt seien es etwa 1590 Corona-Tote gewesen. Dabei seien aber unterschiedliche Methoden der Erfassung der Daten zu berücksichtigen, hieß es.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Zahl der Corona-Toten in der EU vermutlich höher liege als die direkt erfassten Fälle. Das lege der Vergleich der offiziellen Zahl der Corona-Toten - etwa 800.000 bis Ende Oktober 2021 in der EU plus Norwegen, Island und Liechtenstein - mit der Übersterblichkeit im langjährigen Durchschnitt der Sterbezahlen nahe.

Viele andere Krankheiten blieben unentdeckt

Der Bericht zeigt zudem Folgen, die Corona auf die Erkennung und Behandlung anderer Krankheiten hatte, vor allem Krebs: Nach einer Schätzung der European Cancer Organisation könnten aufgrund der Pandemie bis zu einer Million Fälle von Krebserkrankungen unentdeckt geblieben sein.

Grundsätzlich sei in Deutschland der Zugang zu medizinischer Versorgung "generell gut", heißt es in dem Bericht. Das Land verzeichne EU-weit die höchsten Gesundheitsausgaben.

Verbesserungsbedarf gebe es unter anderem bei der Prävention vermeidbarer Krankheiten. Obwohl etwa Lungenkrebs über ein Fünftel der vermeidbaren Todesfälle ausmache, habe Deutschland 2020 als letztes EU-Land Tabakwerbung auf Plakaten und in Kinos verboten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Dezember 2021 um 14:00 Uhr.