Schulkinder | Bildquelle: dpa

OECD-Bildungsbericht Deutsches Bildungssystem ist gut - aber nicht für alle

Stand: 15.09.2016 16:53 Uhr

Brummende Konjunktur, funktionierendes Ausbildungssystem, viele gute Abschlüsse: Die Chancen der meisten Jugendlichen in Deutschland sind laut OECD-Studie gut. Doch mehr als jeder zehnte junge Erwachsene bleibt ohne Ausbildung oder Abitur.

In kaum einem anderen Land gehen so viele junge Menschen zur Schule, sind in Ausbildung oder haben einen Job wie in Deutschland. Trotzdem gibt es weiterhin viele Jugendliche, die dabei auf der Strecke bleiben: Der Anteil junger Menschen ohne qualifizierten Abschluss stagniert seit Jahren, kritisiert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrer Studie "Bildung auf einen Blick".

Demnach waren in Deutschland im vergangenen Jahr 8,6 Prozent der 15- bis 29-Jährigen nicht in Bildung, Ausbildung oder Beschäftigung. Das ist einer der niedrigsten Anteile im Vergleich der OECD-Länder. Nur Island (6,2 Prozent), die Niederlande und die Schweiz (beide 8,3 Prozent) sowie Luxemburg (8,4 Prozent) schneiden besser ab. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 14,6 Prozent.

Dass die Chancen für viele junge Menschen in Deutschland so gut sind, liegt an der guten Wirtschaftslage und der als vorbildlich geltenden Bildung, sagt der OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher. Der Übergang in den Beruf sei in der Regel reibungslos. Trotzdem gibt es in Deutschland nach wie vor sogenannte Bildungsverlierer. Ein Problem, an dem sich wenig ändert.

Überwiegend gute Noten für deutsches Bildungssystem
tagesschau 15:00 Uhr, J. Kliss, RBB

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Stagnation bei Bildungsverlierern

Der Anteil der Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder Abitur ist der OECD-Studie zufolge in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten kaum gesunken. Er liegt bei den heute 25- bis 34-Jährigen bei 13 Prozent, in der Gruppe der 55- bis 64-Jährigen bei 14 Prozent. In anderen Ländern konnte der Anteil der Geringqualifizierten in den vergangen 30 Jahren deutlich verringert werden: in Österreich etwa von 23 auf 10 Prozent und in der Schweiz von 16 auf acht Prozent.

Allein 1,9 Millionen Menschen zwischen 20 und 34 Jahren hätten keine Berufsausbildung, sagte die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Bildungserfolg und soziale Herkunft hängen laut GEW in Deutschland so eng zusammen wie in kaum einem anderen Staat. "Bildung wird weiterhin vererbt", sagte Tepe. Der Anteil junger Erwachsener mit akademischen oder höheren beruflichen Abschlüsse stieg zwischen 2005 und 2015 von 22 auf 30 Prozent.

Deutschland zahlt weniger für Bildung als andere

Wie schon in den Jahren zuvor kritisiert die OECD wieder, dass Deutschland, gemessen an seinem Bruttoinlandsprodukt, weniger Geld in sein Bildungssystem investiert als andere Staaten: 4,2 Prozent des BIP fließen in die Bildung, im OECD-Durchschnitt sind es mit 4,8 Prozent deutlich mehr.

Auch wenn es darum geht, wer für Bildung bezahlt, gibt es deutliche Unterschiede zwischen Deutschland und den anderen OECD-Ländern. Die meisten Staaten beteiligten durch Studiengebühren "die gut verdienende Bildungsgewinner" an der Finanzierung - in Deutschland bitte man die Jüngsten zur Kasse, sagt Schleicher. Denn in der frühkindlichen Bildung liege der private Finanzierungsanteil bei etwa einem Viertel und damit deutlich über dem OECD-Schnitt.

Darstellung: