"Occupy"-Bewegung zeltet in Frankfurt und Hamburg Protestcamps vor der EZB und der HSH-Nordbank

Stand: 17.10.2011 19:02 Uhr

Zehntausende Menschen hatten sich am Samstag in deutschen Großstädten an Aktionen der "Occupy"-Bewegung beteiligt. Einige von ihnen harren noch immer aus. In Frankfurt am Main campieren einige Dutzend Anhänger der globalisierungskritischen Organisation Attac in Zelten vor der Europäischen Zentralbank (EZB). Nach dem Vorbild von New Yorker Demonstranten, die seit Wochen ein Lager im Zuccotti Park nahe der Wall Street aufgeschlagen haben, protestieren sie damit gegen die Macht der Finanzmärkte.

Zelte vor der EZB
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In Frankfurt übernachteten Demonstranten in Zelten zwischen EZB und Oper

Protest in Frankfurt soll verlängert werden

Die Polizei sprach von etwa 70 Teilnehmern, ein Attac-Mitglied berichtete von 150 Menschen. Sie wollen zunächst bis Mittwoch in Frankfurt campieren. Dann läuft eine entsprechende Genehmigung der Stadt Frankfurt ab. Demonstranten hatten aber bereits am Wochenende angekündigt, die Protestaktion "auf unbestimmte Zeit" verlängern zu wollen.

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Auch in Hamburg errichteten einige Demonstranten ein Protestcamp. Vor der Zentrale der HSH-Nordbank verbrachten sie die Nacht in acht Zelten sowie teilweise auch nur in Schlafsäcken auf dem Straßenpflaster unter freiem Himmel. Die Hamburger Polizei tolerierte bislang die Protestaktion. Inzwischen forderte das Bezirksamt Hamburg-Mitte die Aktivisten aber auf, die zur Übernachtung gedachten Zelte abzubauen. Die Zelte, die als Informationsstand dienten, könnten aber stehen bleiben, teilte ein Behördensprecher mit. "Wir wollen nicht, dass eine regelrechte Zeltstadt entsteht." Sollten die Aktivisten der Forderung nicht nachkommen, wird zunächst eine Verwarnung ausgesprochen. Danach können Bußgelder verhängt werden.

Erneute Proteste vor dem Reichstag

Auch vor dem Berliner Reichstag versammelten sich wieder zahlreiche Menschen zum Protest gegen die Macht der Finanzmärkte. Aus Veranstalterkreisen hieß es, es hätten sich 200 Menschen beteiligt. Man wolle sich in den kommenden Tagen täglich zu Demonstrationen versammeln.

Am Wochenende hatten weltweit Hunderttausende gegen Macht und Auswüchse der Finanzmärkte demonstriert. Die Proteste erreichten am Samstag nach Veranstalterangaben 951 Städte in 82 Ländern. In Deutschland beteiligten sich laut Attac 40.000 Menschen, Schätzungen der Polizei lagen deutlich niedriger.

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