Obdachloser in Stuttgart | Bildquelle: dpa

Wohnungsnot in Deutschland Kältehilfe für Tausende Obdachlose

Stand: 01.11.2018 17:33 Uhr

Mehrere Städte haben ihr Notprogramm für Obdachlose gestartet. Nach dem Start der Kältehilfe vor einem Monat verdoppelt Berlin sein Angebot. Die Nachfrage ist groß - auch weil die Wohnungsnot zunimmt.

Für Obdachlose sollen in Berlin im Winter mindestens 1000 Notübernachtungsplätze zur Verfügung stehen. Nach dem Start der Kältehilfe Anfang Oktober mit gut 400 Plätzen würden seit heute mehr als doppelt so viele Plätze angeboten, sagte Caritasdirektorin Ulrike Kostka. Weitere Notplätze seien in Vorbereitung.

Der vorgezogene Start der Kältehilfe am 1. Oktober sei ein "absolutes Novum" und gehe auf das Engagement von Kältehilfe-Einrichtungen, Sozialsenat und Bezirken zurück, sagte Kostka. In den ersten vier Wochen seien trotz des milden Wetters bereits 84 Prozent der Notübernachtungsplätze ausgebucht gewesen. Die Zahl der Menschen, die sich keine eigene Wohnung mehr leisten könnten, steige, führte Kostka weiter aus.

Eine Frau schiebt einen Wagen voller Taschen | Bildquelle: dpa
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Unter Wohnungslosen sind, freien Trägern zufolge, auch viele Frauen.

Masterplan für Wohnungslose gefordert

Evangelische Diakonie und katholische Caritas forderten Bund und Länder zu einer sozialeren Wohnungspolitik auf. "Wir brauchen einen Masterplan für Wohnungslose", sagte die Direktorin des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Barbara Eschen. "Ohne preiswerten Wohnraum geht nichts, da brauchen wir mehr."

Winternotprogramm auch in Hamburg gestartet

Auch Hamburg startete mit 900 Übernachtungsplätzen für die etwa 2000 Obdachlose sein Winternotprogramm. Freien Trägern zufolge zieht sich die Wohnungsnot quer durch die Gesellschaft. Darunter seien auch viele junge Menschen und Frauen.

Über dieses Thema berichtete am 01. November 2018 die tagesschau um 12:00 Uhr und der rbb24 um 16:00 Uhr.

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