Ex-US-Präsident Obama spricht zu jungen Leuten in Berlin- | Bildquelle: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX

Obama in Berlin "Verändert die Welt!"

Stand: 06.04.2019 19:50 Uhr

Der frühere US-Präsident Obama hat in Berlin die junge Generation aufgefordert, mehr über den politischen Kurs mitzuentscheiden. Er lobte den Kampf gegen den Klimawandel und warnte vor den Gefahren der Desinformation.

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat die jungen Menschen aufgerufen, sich zu engagieren und einzumischen. Die Jugend sei aufgefordert, die Welt zu verändern, sagte Obama bei einer Veranstaltung in einer Berliner Privathochschule. Je früher Engagement beginne, "umso besser". "Ihr lasst euren Großvater oder eure Großmutter auch nicht entscheiden, welche Kleider ihr tragen oder welche Musik ihr hören wollt. Warum lasst ihr sie dann bestimmen, in welcher Welt ihr leben sollt?"

Für Klimaschutz, gegen Populismus

Die Jugend sollte über den politischen Kurs mitentscheiden, sagte Obama bei dem "Town Hall"-Treffen mit jungen Menschen aus ganz Europa, die sich gesellschaftlich engagieren. Das gelte für die Umweltpolitik und den Klimaschutz, sagte Obama, der die Schülerproteste für mehr Engagement gegen den Klimawandel lobte. Der Klimawandel sei eine "existenzielle Herausforderung". "Der Planet, auf dem wir leben, ist in Gefahr."

Darüber hinaus betonte er: "Wir werden keinen Erfolg haben, wenn wir nichts tun und darauf warten, dass jemand anderes es macht." Das gelte auch, wenn es gegen den weltweiten Populismus gehe. Obama nannte seinen Nachfolger Donald Trump zwar nicht beim Namen, seine Aussagen dürften aber wieder an diesen adressiert gewesen sein.

In Obamas Amtszeit war 2015 das Pariser Klimaabkommen ausgehandelt worden. Trump leitete als eine seiner ersten Amtshandlungen den Austritt der USA aus dem Abkommen ein. Allerdings wurde auch Obamas Klimapolitik während seiner Präsidentschaft von deutscher Seite immer wieder kritisiert. Er hatte das Thema auch relativ spät für sich entdeckt.

"Wir leben in unsicheren Zeiten"

Obama sprach auch das Problem der Migration in Europa und in den USA an und unterstrich, dass es weltweit einer vernünftigen Einwanderungspolitik bedürfe. Zudem gehe es darum, die Lebensverhältnisse in den Herkunftsländern zu verbessern. Wenn man voneinander lerne, könne man die Welt verändern, munterte Obama die jungen Leute auf. Europa gehe es gut, es habe einen der höchsten Lebensstandards, gute Bildung und Demokratie. Aber: "Wir leben in unsicheren Zeiten." Mächtige Kräfte wollten diesen Standard zerstören.

Die sozialen Medien seien das Netzwerk, das eine weltweite Verständigung ermögliche. Aber diese Medien müssten auch für Desinformationen herhalten und könnten damit auch für Konflikte sorgen.

Obama begrüßt die Grünen-Fraktionschefin in Bayern, Katharina Schulze | Bildquelle: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX
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Obama und die Grünen-Fraktionschefin in Bayern, Katharina Schulze, begrüßten sich lässig mit der "Ghettofaust".

Seit Donnerstag in Deutschland

Die Grünen-Fraktionschefin in Bayern, Katharina Schulze, fragte Obama, wie er die persönlichen Angriffe gegen sich verarbeite. Er schaue sich keine Sendungen über sich an. Das brauche er nicht, denn er sei ja selbst da gewesen und wisse, was passiert sei, antwortete Obama. Der Ex-Präsident verabschiedete sich noch einmal mit der Aufforderung "Verändert die Welt".

Am Freitag hatte sich Obama mit Kanzlerin Angela Merkel zu einem anderthalbstündigen Meinungsaustausch getroffen. Dabei dürfte es auch um die angespannten transatlantischen Beziehungen gegangen sein. Den Auftakt seines Deutschlandbesuches machte Obama am Donnerstagabend in Köln bei einer Veranstaltung mit 14.000 Teilnehmern.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. April 2019 um 19:24 Uhr.

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