Ein Polizist steht an der Tür eines Polizeifahrzeugs. | Bildquelle: dpa

Rechtsextremismus bei Polizei in NRW "Überraschen darf das niemanden mehr"

Stand: 17.09.2020 07:13 Uhr

"Erbost und sauer" äußert sich Sebastian Fiedler vom Bund Deutscher Kriminalbeamter in den tagesthemen über Rechtsextremismus in den Reihen der Polizei in NRW. Doch neu ist das Problem für ihn nicht - darum drängt er auf Konsequenzen.

Gegen 29 Polizistinnen und Polizisten aus Nordrhein-Westfalen wird wegen der Verbreitung von rechtsextremen Bildern und Inhalten in Chatgruppen ermittelt. Polizeivertreter und Politik zeigen sich geschockt. Und aus Sicht des Vorsitzenden des Bunds Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler, müssen auf den Skandal klare Konsequenzen folgen.

Er sei selbst "erbost und sauer" über die öffentlich gewordenen Vorfälle, sagte Fiedler im Interview mit den tagesthemen. Doch er erkenne durchaus Parallelen, wie es zu der "Radikalisierung in den eigenen Reihen" und damit auch zu "Straftätern in den eigenen Reihen" kommen könne. Das geschehe vorrangig über den digitalen Weg - über Chatgruppen auf privaten Geräten.

Sebastian Fiedler, Bund dt. Kriminalbeamter, zu Rechtsextremismus bei der Polizei
tagesthemen 22:20 Uhr, 16.09.2020

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"Wir können uns nicht mehr durch Zufälle leiten lassen"

Nun müsse die Frage in den Fokus rücken, wie so etwas früher bemerkt werden könne, denn "durch Zufälle können wir uns in der Zukunft nicht mehr leiten lassen". Gelinge das nicht, drohe die Polizei das Vertrauen der Bevölkerung zu verlieren, so Fiedler weiter.

Dass es Rechtsextremismus auch bei der Polizei gebe, dürfe aber "niemanden mehr überraschen", sagte Fiedler weiter. Schon vor einem Jahr habe der Bundestag über die Problematik debattiert, etwa über den NSU 2.0 oder das rechte Netzwerk "Hannibal".

"Kein Bundesland ist immun"

Kein Bundesland sei "immun", betonte Fiedler. Und daher müssten auch alle Länder "ein ganzes Bündel von Maßnahmen" ergreifen, um zu verhindern, dass sich rechtsextreme Ansichten in den Reihen der Polizei verbreiten. Fiedler nennt etwa wissenschaftliche Studien, die das Thema beleuchten sollen, bislang aber kaum zugelassen würden. Oder auch einen intensiveren Kontakt zu Migrantenorganisationen, um Dialoge zu fördern.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 16. September 2020 um 22:20 Uhr.

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