SPD-Kandidat für das Amt des Dortmunder Oberbürgermeisters, Thomas Westphal, hält eine Rede. | dpa

Nach Stichwahlen in NRW "Können uns noch deutlich steigern"

Stand: 28.09.2020 09:40 Uhr

In den Bundesparteien wird über die Lehren aus den Kommunal-Stichwahlen in NRW diskutiert. Die SPD beschwört Geschlossenheit, ein CDU-Vorderer will besser als die Grünen werden. Und die Grünen selbst? Die freuen sich.

Nach den Oberbürgermeister-Stichwahlen in Nordrhein-Westfalen beginnt in den Bundesparteien die Bewertung der Ergebnisse. So empfahl Achim Post, Chef der NRW-Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion, seiner Partei, die richtigen Lehren zu ziehen. "Klar ist: Mit Blick auf die Bundestagswahl in 2021 und die Landtagswahl in 2022 müssen und können wir uns noch deutlich steigern", sagte er. "Meine feste Überzeugung ist: Wenn die SPD in Nordrhein-Westfalen klar und geschlossen auftritt, haben wir unverändert das Potenzial und die politische Durchschlagskraft, um auch landesweit Wahlen zu gewinnen."

Düsseldorf geht an die CDU

Der SPD-Bundesvorsitzende Norbert Walter-Borjans sagte der "Rheinischen Post": "Wir freuen uns riesig mit Thomas Westphal, der Dortmund gegen einen CDU-Kandidaten verteidigt hat. Bitter sind dagegen zweifellos die Wahlausgänge in Düsseldorf und Wuppertal." Westphal hatte sich am Sonntag mit 52 Prozent der Stimmen gegen seinen CDU-Kontrahenten Andreas Hollstein durchgesetzt.

In Düsseldorf hingegen eroberte die CDU das Rathaus - und stellt nun erstmals wieder in der Landeshauptstadt eines großen deutschen Flächenlandes den Oberbürgermeister. Das Amt übernimmt der bisherige Stadtdirektor von Köln, Stephan Keller. Er gewann die Stichwahl gegen Amtsinhaber Thomas Geisel von der SPD mit knapp 56 Prozent gegenüber 44 Prozent.

Grüne siegen in drei Städten

Bestätigt fühlen können sich die Grünen. Sie eroberten erstmals die Spitzenposten in den Rathäusern von Bonn, Aachen und Wuppertal. Die Bundesvorsitzende Annalena Baerbock twitterte: "Was für grandiose Ergebnisse aus NRW!"

"Nicht grüner als die Grünen werden"

Nach Ansicht von Norbert Röttgen, Kandidat für den CDU-Vorsitz, ist erkennbar, dass der Kampf um die Mitte gerade in den großen Städten entscheidend für Siege und Verluste ist. "Dieser Kampf wird mittlerweile zwischen der CDU und den Grünen ausgetragen", sagte Röttgen der "Rheinischen Post". "Wir müssen daraus für die Bundestagswahl lernen, weil wir die größten Überschneidungen der Wählerschaft mit den Grünen haben." Für die Bundestagswahl müsse die CDU "nicht grüner als die Grünen werden, aber besser".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. September 2020 um 06:00 Uhr.