Führungswechsel bei der NPD Apfel gewinnt Machtkampf gegen Voigt

Stand: 17.01.2018 10:52 Uhr

Die NPD hat einen neuen Chef. Beim Bundesparteitag im brandenburgischen Neuruppin setzte sich der sächsische Landesvorsitzende Holger Apfel gegen den langjährigen Amtsinhaber Udo Voigt durch. Wie ein Parteisprecher mitteilte, votierten 126 der 214 Delegierten für Apfel. Auf Voigt entfielen 85 Stimmen. Es gab drei Enthaltungen.

Apfel, der schon im Jugendalter Mitglied der NPD wurde, hatte im Vorfeld angekündigt, künftig für einen "seriösen Radikalismus" zu stehen. Er hielt Voigt strategische Defizite vor. Mit ihm war es 2009 zum Zerwürfnis gekommen. Anschließend hatte sich Apfel aus der Bundespolitik zurückgezogen, wo er zunächst Vize-Chef der NPD-Jugend und später der Partei war.

Udo Voigt und Holger Apfel
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Der alte und der neue der NPD-Chef: Udo Voigt (l.) und Holger Apfel

Verbannung nach Verbalattacken

Einer breiteren Öffentlichkeit ist der 40-jährige Apfel vor allem wegen verbaler Ausfälle im sächsischen Landtag bekannt. 2010 wurde er wegen antisemitischer Hetze für zehn Sitzungstage aus dem Landtag verbannt - ein bisher einmaliger Vorgang in der Geschichte des sächsischen Landesparlaments. Im vergangenen Juli wurde Apfel bei einem geheimen Treffen der NPD in Sachsen als deren Landeschef im Amt bestätigt.

Stadt wollte Parteitag verhindern

Der Bundesparteitag in Neuruppin fand weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zahlreiche Neuruppiner demonstrierten gegen die Veranstaltung der rechtsextremen Partei in ihrer Stadt. Diese hatte den Parteitag in Neuruppin verhindern wollen, aber das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wies die Beschwerde zurück. Dagegen hatte das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt der NPD untersagt, in der "Anhalt-Arena" in Dessau-Roßlau ihren Parteitag zu veranstalten.

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