Nils D.

Deutsches IS-Mitglied Mordanklage gegen Dschihadist Nils D.

Stand: 26.07.2018 15:06 Uhr

Der IS-Dschihadist Nils D. ist wegen Mordes in drei Fällen angeklagt worden. Der Deutsche soll Menschen "aus niedrigen Beweggründen grausam" getötet haben. Als Terrorist des "Islamischen Staats" sitzt er bereits in Haft.

Wegen Mordes in drei Fällen hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen den IS-Dschihadisten Nils D. erhoben. Der 27-Jährige sei hinreichend verdächtig, in drei Fällen als Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien "aus niedrigen Beweggründen grausam einen Menschen getötet und hierdurch auch gegen das Völkerstrafgesetzbuch verstoßen zu haben", erklärte die Behörde.

Die Anklage wurde demnach Mitte Juli vor dem Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf erhoben. D. soll von Juli bis November 2014 als IS-Mitglied einer sieben- bis achtköpfigen Gruppe angehört haben, die in einem IS-Gefängnis in Syrien regelmäßig Gefangene folterte. Ziel sei es gewesen, ihnen Geständnisse abzupressen. "In mindestens drei Fällen kamen hierbei nach gemeinsamer Folter durch den Angeschuldigten und zwei weiterer IS-Mitglieder Gefangene ums Leben", erklärte die Bundesanwaltschaft.

Als IS-Mitglied bereits verurteilt

Der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof hatte bereits Ende März 2018 Haftbefehl gegen D. erlassen. Er befindet sich derzeit in anderer Sache in Haft. D. wurde im März 2016 vom OLG Düsseldorf wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorvereinigung zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Er soll im Oktober 2013 nach Syrien gereist sein und sich Anfang März 2014 dem IS angeschlossen haben.

Als IS-Mitglied sei er unter anderem in eine Spezialeinheit zur Festnahme von Deserteuren und in die Verwaltung von dessen Gefängnissen eingebunden gewesen. Auch habe er als Dolmetscher fungiert. Zudem habe er beim bewaffneten Transport von verletzten IS-Kämpfern und der Bestattung eines toten Gefangenen geholfen.

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