Menschen stehen vor einem Impfzentrum in Krefeld | dpa

Corona-Impfungen Fast nie schwere Nebenwirkungen

Stand: 24.03.2021 15:27 Uhr

Drei Vakzine, Millionen-Impfungen in Deutschland - in seinem Sicherheitsbericht zu Nebenwirkungen stellt das Paul-Ehrlich-Institut fest: Bei 0,3 von 1000 Impfdosen gab es einen Verdacht auf schwere Nebenwirkungen.

Schwerwiegende Nebenwirkungen nach Corona-Impfungen sind weiterhin die absolute Ausnahme. Nach fast neun Millionen Impfungen nannte das für die Sicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eine Quote von 0,3 pro 1000 Impfdosen. Impfungen seien "eine effektive Maßnahme, die Corona-Pandemie einzudämmen und sich selbst vor dem Coronavirus zu schützen", heißt es in dem jüngsten Sicherheitsbericht.

Bis zum 12. März wurden laut Robert Koch-Institut 8,8 Millionen Impfungen durchgeführt: rund sieben Millionen mit BioNTech/Pfizer, knapp 300.000 mit Moderna und 1,5 Millionen mit AstraZeneca. 19.194 Mal wurden Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen gemeldet: 10.500 Mal für das BioNTech/Pfizer-Vakzin, 7663 Mal mit AstraZeneca und 736 Mal bei Moderna.

2287 Mal wurden schwerwiegende unerwünschte Reaktionen gemeldet. Als schwerwiegend gelten laut PEI Nebenwirkungen, "bei denen die Personen im Krankenhaus behandelt werden oder Reaktionen, die als medizinisch bedeutsam eingeordnet wurden". 1728 davon betrafen BioNTech/Pfizer, 113 Moderna und 352 AstraZeneca.

Prozentual - also im Verhältnis zu den verimpften Dosen - wurden damit nach Impfungen mit AstraZeneca weniger schwere Verdachtsfälle gemeldet als bei den beiden anderen Vakzinen.

14 Verdachtsfälle mit Sinusvenenthrombosen

Nach dem vorübergehenden Stopp der Impfungen mit AstraZeneca wurden vor allem die Meldungen über Sinusvenenthrombosen erwartet. Laut PEI wurden bis 19. März 14 solche Verdachtsfälle gemeldet. Zwei Patientinnen verstarben.

Zwei weitere Verdachtsfälle wurden nach Impfung mit dem BioNTech/Pfizer-Vakzin gemeldet. "Weitere Untersuchungen werden derzeit durchgeführt, um den möglichen Zusammenhang mit der Impfung aufzuklären", so das PEI.

Seit Beginn der Impfkampagne wurden dem Paul-Ehrlich-Institut insgesamt 351 mal ein Verdacht auf einen Todesfall gemeldet. Die Verstorbenen waren zwischen wenigen Stunden und 40 Tagen zuvor geimpft worden. 286 Fälle betrafen eine Impfung mit BioNTech/Pfizer, je vier Moderna und AstraZeneca, bei den weiteren war der Impfstoff nicht bekannt. Bei den meisten Betroffenen bestanden laut PEI "zum Teil multiple Vorerkrankungen".

Unterschiedliche Beschwerden bei den Impfstoffen

Die Beschwerden unterscheiden sich bei den drei Herstellern: Während nach BioNTech/Pfizer Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen und Ermüdung am häufigsten berichtet wurden, wurden nach Impfung mit AstraZeneca vor allem grippeähnliche Erkrankungen, Schüttelfrost und Fieber gemeldet. Ein Hautauschlag als unerwünschte Reaktion fiel bei Moderna auf.

Über dieses Thema berichtete das NDR-Fernsehen "NDR-Info-Extra" am 19. März 2021 um 20.30 Uhr.