Eine Gruppe Jugendlicher geht im Wald joggen. | dpa

Folgen der Corona-Pandemie Jugendliche gehen öfter in die Natur

Stand: 27.04.2021 15:03 Uhr

Sie suchen Bewegung, Ablenkung und Erholung: Seit Beginn der Krise zieht es jüngere Menschen verstärkt ins Grüne, zeigt eine neue Studie. Viele sind zudem bereit, sich selbst für die Umwelt zu engagieren.

Seit Beginn der Corona-Krise hält sich mehr als die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland nach eigener Einschätzung häufiger in der Natur auf. Das ergab die erste Jugendnaturbewusstseinsstudie des Bundesamts für Naturschutz (BfN).

52 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gaben demnach an, viel häufiger oder zumindest etwas häufiger in der Natur unterwegs zu sein als vor der Pandemie. Natur spiele für sie oft eine wichtige Rolle beim Stressabbau und zur Ablenkung, aber auch als Raum für Sport und Bewegung.

Ein Drittel war schon demonstrieren

Zudem engagieren sich viele Jugendliche selbst für Natur- und Umweltschutz. Gut ein Drittel der Befragten (33 Prozent) gab an, schon mindestens einmal an einer entsprechenden Demonstration - etwa von "Fridays for Future" - teilgenommen zu haben.

49 Prozent der Jugendlichen sind außerdem dazu bereit, der Umwelt zuliebe auf Einwegprodukte zu verzichten. 30 Prozent würden sogar Fleisch von der Einkaufsliste streichen.

"Wichtiger Teil des Lebens"

"Natur ist für Jugendliche und junge Erwachsene ein wichtiger Teil ihres Lebens", sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel. Sie seien grundsätzlich an Tieren und Pflanzen interessiert und fänden Schutzgebiete wichtig, um Artenvielfalt zu sichern und dem Klimawandel zu begegnen. Auch die Energiewende werde von der großen Mehrheit der Jugendlichen mitgetragen. Nur zwei Prozent hielten nichts davon.

Von den Kernanliegen des Naturschutzes überzeugt sind laut der Studie aber vor allem Jugendliche mit eher gehobenem Bildungsgrad. Um Jugendliche aus sozial schwachen Familien für Naturschutzthemen zu sensibilisieren, seien niederschwellige Angebote erforderlich, die an ihre Lebenswelten anschließen, so Jessel.

Dabei könne man zum Beispiel betonen, dass Naturräume Orte der Freiheit und Erholung sein können.

Repräsentative Ergebnisse

Für die Studie wurden im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des BfN im Frühsommer vergangenen Jahres gut 1000 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren befragt. Im Herbst wurde die Befragung um das Thema "Natur und Corona" und weitere 1000 Jugendliche im Alter von 14 bis 24 Jahren ergänzt. Die Befragung ist den Angaben zufolge repräsentativ für Deutschland.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 27. April 2021 um 16:08 Uhr.

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Moderation 27.04.2021 • 22:00 Uhr

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