Radfahrer sind in der Frankfurter Innenstadt auf einem Fahrradstreifen unterwegs. | dpa

Kabinett beschließt Radverkehrsplan Deutschland soll "Fahrradland" werden

Stand: 21.04.2021 15:34 Uhr

Immer mehr Menschen in Deutschland steigen aufs Fahrrad. Die Bundesregierung will deshalb bessere Bedingungen für sie schaffen. Kabinett hat heute einen Nationalen Radverkehrsplan verabschiedet.

Das Bundeskabinett hat den von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer vorgelegten Nationalen Radverkehrsplan verabschiedet. Das Anliegen des Plans sei "mehr, besserer und sicherer Radverkehr - in der Stadt und auf dem Land", erklärte Scheuer. Der Plan enthält Handlungsempfehlungen und Strategien, um bis 2030 den Radverkehr auf dem Land und in der Stadt zu fördern.

"Mit unserem neuen Nationalen Radverkehrsplan machen wir Deutschland zum Fahrradland", sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Der Plan sieht bis Ende der 2020er Jahre mehr Radschnellverbindungen vor, mehr Rücksicht auf Lastenräder und einen Ausbau von Fahrradparkplätzen. Außerdem sollen die Wege für Fahrräder und Autos möglichst getrennt geplant werden.

Der Bund soll zudem ein Programm für Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen erarbeiten und eine Finanzierung zur Verfügung stellen. Bund, Länder und Kommunen fordern laut dem Plan einen "Kulturwandel beim Umgang zwischen den Verkehrsteilnehmenden". Die Einhaltung von Verkehrsregeln solle konsequent überprüft werden. Auch die Mitnahme von Fahrrädern in öffentlichen Verkehrsmitteln soll gefördert werden.

Radverkehr soll "gleichberechtigt mitgedacht" werden

Um den Plan zu entwickeln, hatten sich Bürger mit mehr als 2000 Ideen einbringen können. Der Wunsch nach lückenlosen Radverkehrsnetzen und mehr Verkehrssicherheit habe dabei eine wichtige Rolle gespielt, erklärte Scheuer. Es solle "kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander" geben, betonte der Minister. "Ich erwarte, dass der Radverkehr gleichberechtigt mitgedacht wird."

Die Rahmenbedingungen sollen dem Plan zufolge so angepasst werden, dass die Bürger in Deutschland anstelle von durchschnittlich 120 Wegen bis 2030 gut 180 Wege pro Jahr mit dem Rad zurücklegen. Das entspräche einem Anstieg von einer durchschnittlichen Weglänge von 3,7 Kilometern auf sechs Kilometer.

Radfahrer sollen sicherer unterwegs sein

Dabei sollen Radfahrer sicherer unterwegs sein: Gegenüber 2019 soll die Zahl der im Verkehr getöteten Radfahrer um 40 Prozent sinken. Um die Ziele erreichen zu können, kämen dem Radverkehr in Deutschland bis zum Jahr 2023 etwa 1,46 Milliarden Euro zugute, erklärte Scheuer. Das werde auch dem allgemeinen Interesse am Fahrrad gerecht, das "sprunghaft angestiegen" sei.

Der Bundesverkehrsminister verwies auch auf die vor wenigen Tagen erzielte Einigung auf eine Änderung der Straßenverkehrsordnung. Auch sie werde helfen, das Radfahren in Deutschland sicherer zu machen. Die Verkehrsminister hatten sich am vergangenen Freitag unter anderem auf höhere Bußgelder für zugeparkte Rad- und Gehwege verständigt.

ADFC mahnt zügige Umsetzung an

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) würdigte den Nationalen Radverkehrsplan als "gelungenes Leitbild", mahnte jedoch eine zügige Umsetzung an. "Vom Fahrradland Deutschland sind wir Stand heute noch Lichtjahre entfernt", erklärte die ADFC-Vizebundesvorsitzende Rebecca Peters. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. April 2021 um 16:00 Uhr.

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Moderation 21.04.2021 • 23:36 Uhr

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