Xavier Naidoo | Bildquelle: dpa

Nach Rassismus-Vorwürfen RTL setzt Zusammenarbeit mit Naidoo aus

Stand: 11.03.2020 19:59 Uhr

Der Sender RTL hat die Zusammenarbeit mit Xavier Naidoo ausgesetzt. Vorausgegangen waren Rassismus-Vorwürfe gegen den Sänger. Naidoo wies diese vehement zurück.

Der Sänger Xavier Naidoo ist zumindest vorübergehend nicht mehr Jury-Mitglied in der RTL-Sendung "Deutschland sucht den Superstar". Das erklärte der Sender in einer Stellungnahme.

Erst am Nachmittag hatte Naidoo Rassismus-Vorwürfe gegen sich vehement zurückgewiesen. Er reagierte damit auf eine Debatte über ein Video, in dem zu sehen ist, wie er ein Lied mit umstrittenen Textzeilen singt. In einem Beitrag auf Naidoos Facebook-Seite hieß es, seine Aussagen seien falsch interpretiert worden. Zu den Hintergründen und der Entstehung des Videos gab es keine Erklärung.

In den Kommentarspalten zu dem umstrittenen Video werfen zahlreiche Nutzer dem Sänger Rassismus vor. In dem fraglichen Videoausschnitt heißt es unter anderem: "Ich hab' fast alle Menschen lieb, aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt, dann muss ich harte Worte wählen. Denn keiner darf meine Leute quälen."

Debatte über Video

Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit seien ihm völlig fremd, auch wenn er sich zuweilen emotional künstlerisch äußere, hieß es nun auf Naidoos Facebook-Seite. "Ich setze mich seit Jahren aus tiefster Überzeugung gegen Ausgrenzung und Rassenhass ein. Liebe und Respekt sind der einzige Weg für ein gesellschaftliches Miteinander", wurde der Sänger dort zitiert. Naidoo saß bis jetzt in der Jury der aktuellen Staffel der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS).

Wer das Video wann ins Netz stellte, ist unklar. In seiner Stellungnahme schrieb Naidoo: "Auch meine Familie kam als Gast nach Deutschland und hat sich natürlich an Recht und Moralvorstellungen des Gastgebers gehalten." Diese Selbstverständlichkeit solle für alle gelten - auch, wenn nur ein sehr kleiner Teil dies missverstanden habe. Was oder wen genau er damit meint, präzisierte der Sänger nicht, sondern schrieb weiter: "Aber gerade dieser kleine Teil belastet alle anderen, die hierdurch in "Sippenhaft" genommen und durch eine erschreckende Zunahme an Gewaltakten in Gefahr gebracht werden."

"Weitere Videos aufgetaucht"

RTL genügte diese Erklärung offenkundig nicht: "Er bleibt dem Sender viele Antworten schuldig, zudem sind weitere Videos aufgetaucht, die in eine ähnliche Richtung gehen", hieß es in einer Stellungnahme des Senders. "Wir sind Verfechter der Meinungsfreiheit. Dazu gehört aber auch, dass wir jede Form von Rassismus und Extremismus entschieden ablehnen", wurde Geschäftsführer Jörg Graf zitiert. Die aufgetauchten Videos hätten RTL "massiv" irritiert. "Daher haben wir uns entschieden, ihn für die kommende Liveshow von DSDS auszuschließen."

Der Sänger stand in der Vergangenheit mehrfach wegen Äußerungen in der Kritik. Am Tag der Deutschen Einheit 2014 sprach er in Berlin bei einer Demonstration sogenannter Reichsbürger, die die staatliche Ordnung in Deutschland ablehnen. Naidoo betonte später, dass er mit den Reichsbürgern nichts zu tun habe.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 11. März 2020 um 23:22 Uhr.

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