Scharnagl | Bildquelle: picture alliance / dpa

Gefährte von Franz Josef Strauß Wilfried Scharnagl gestorben

Stand: 16.10.2018 14:20 Uhr

Das CSU-Urgestein Wilfried Scharnagl ist tot. Der langjährige Vertraute des ehemaligen CSU-Chefs Strauß und Chefredakteur des "Bayernkuriers" setzte sich leidenschaftlich für die Unabhängigkeit Bayerns ein.

Der frühere CSU-Vordenker Wilfried Scharnagl ist im Alter von 79 Jahren gestorben. "Ein Stück CSU-Geschichte ist von uns gegangen", sagte Generalsekretär Markus Blume.

Scharnagl war Vertrauter des langjährigen CSU-Chefs Franz Josef Strauß und von 1977 bis 2001 Chefredakteur der Parteizeitung "Bayernkurier". Er war schon lange Jahre nicht mehr bei guter Gesundheit. Zu Strauß-Zeiten war Scharnagl ein einflussreicher Mann: Er denke, was Scharnagl schreibe, pflegte Strauß laut parteiinterner Überlieferung zu scherzen.

Wilfried Scharnagl und Franz Josef Strauß | Bildquelle: imago/WEREK
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Scharnagl war Vertrauter des langjährigen CSU-Chefs Franz Josef Strauß

Als CSU-Urgestein über Jahrzehnte präsent

Nach dessen plötzlichem Tod im Jahr 1988 verlor Scharnagl an Einfluss, blieb jedoch als CSU-Urgestein über Jahrzehnte präsent. An den Sitzungen des Parteivorstands nahm er noch in hohem Alter als Gast teil. "Sein Wirken ist untrennbar mit den einmaligen Verdiensten von Franz Josef Strauß verknüpft, dem er persönlich und politisch engstens verbunden war", sagte Ministerpräsident Markus Söder.

Aufsehen erregte Scharnagl zuletzt 2012, als er sein Buch "Bayern kann es auch allein" veröffentlichte - ein Plädoyer für die Unabhängigkeit des Freistaats. Aus seiner Sicht befand sich Bayern seit 1871 auf einem historischen Irrweg, weil Ludwig II. Bayerns Souveränität geopfert hatte und dem von Preußen dominierten zweiten Kaiserreich beigetreten war.

Über dieses Thema berichtete Bayern 5 am 16. Oktober 2018 um 13:08 Uhr.

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