Ein Rotkehlchen zwitschert im Sonnenschein auf einem Zaun in Berlin.  | Bildquelle: dpa

NABU meldet Rekordbeteiligung 161.000 Menschen zählten Vögel

Stand: 04.06.2020 12:40 Uhr

Bei der großen Vogelzählung des Naturschutzbundes NABU hat es in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung gegeben: Mehr als 161.000 Menschen machten mit. Besonderes Augenmerk lag auf der Blaumeise und einer rätselhaften Krankheit.

Mehr als doppelt so viele Menschen wie im Vorjahr haben an der großen Vogelzählung des Naturschutzbundes (NABU) mitgemacht. Rund 161.000 Menschen meldeten im Mai ihre Vogelbeobachtungen in Gärten, Parks oder auf Balkonen, wie der NABU mitteilte. Bei der "Stunde der Gartenvögel" waren bundesweit Menschen vom 8. bis zum 10. Mai aufgerufen, Vögel in der Natur zu beobachten und die Zahl jeder Art zu notieren, die sie in einer Stunde sehen. 

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller führte die Rekordbeteiligung auch auf den Corona-Lockdown zurück, der für ein verstärktes Interesse für die Natur vor der Haustür gesorgt habe.

Rotkehlchen auf Kamera | Bildquelle: AFP
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Laut NABU sorgte der Corona-Lockdown zu den hohen Mitmach-Zahlen.

"22 Prozent weniger Blaumeisen pro Garten"

Besonders im Fokus stand die Blaumeise. Im März und April wurden auffällig viele verstorbene Vögel dieser Art gemeldet. Bislang gingen beim NABU mehr als 21.000 Meldungen mit knapp 40.000 betroffenen Vögeln aus ganz Deutschland ein. Das vogelspezifische Bakterium Suttonella ornithocola konnte inzwischen als Auslöser dieser Epidemie identifiziert werden.

"Bundesweit betrachtet sind 22 Prozent weniger Blaumeisen pro Garten gemeldet worden", berichtete Lars Lachmann, Leiter des Bereichs Vogelschutz beim NABU. "Je mehr Berichte toter Meisen, desto größer waren dort auch die Bestandsrückgänge."

Auch Rotkehlchen und Goldammer könnten von der Krankheit betroffen sein. Beide Arten tauchen in den Epidemiemeldungen vermehrt auf. Ein Labornachweis des Bakteriums bei diesen Arten steht noch aus.

Es bleibe die Hoffnung, so der NABU, dass sich die überlebenden Blaumeisen zur jetzigen Brutzeit gut vermehrten, um die Verluste möglichst schnell wieder auszugleichen

Haussperling am häufigsten gemeldet

Im Durchschnitt entdeckten die Teilnehmer der Zählaktion in diesem Jahr innerhalb einer Stunde gut 30 Vögel von elf verschiedenen Arten. Insgesamt wurden 223 verschiedene Vogelarten gemeldet. Der Haussperling war mit 5,3 Vögeln pro Garten erneut der am häufigsten gemeldete Gartenvogel, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Star, Feldsperling und Blaumeise.

Eine Amsel sitzt auf einem Baum im Tiergarten Berlin | Bildquelle: OMER MESSINGER/EPA-EFE/REX/Shutt
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Oft im Garten gesichtet: die Amsel

Die Amsel wurde in 94 Prozent aller Gärten innerhalb einer Stunde gesichtet. Große Verlierer dieses Jahres sind neben der Blaumeise auch der Star und der Grünfink. Auch beim Zaunkönig sinken die Zahlen konstant von Jahr zu Jahr. Zu den Gewinnern zählen vor allem Ringeltaube und Türkentaube, aber auch Eichelhäher und Buntspecht.

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