Blaumeise im Schnee | dpa

Mitmachaktion NABU ruft zum Zählen von Wintervögeln auf

Stand: 08.01.2021 12:54 Uhr

Auch bei Kälte und Schnee zwitschert es in Vorgärten und auf Balkons. Doch die Zahl der Wintervögel nimmt mit dem Klimawandel offenbar ab. Um das Vorkommen der Tiere zu erforschen, startet der Naturschutzbund NABU eine Mitmachaktion.

Selbst im Winter bei Schnee und Kälte zirpt und zwitschert es in deutschen Vorgärten und Parks. Um herauszufinden, welche und wie viele Wintervögel in Deutschland vorkommen, bittet der Naturschutzbund (NABU) alle Naturliebhaber um Mithilfe: Von heute bis Sonntag geht die Vogelzählaktion in die elfte Runde, wie die Organisation ankündigte.

Wer an der "Stunde der Wintervögel" teilnehmen möchte, soll in dem Zeitraum eine Stunde lang im Auge behalten, welche Vögel sich in welcher Anzahl an einem bestimmten Ort wie dem eigenen Balkon zeigen. Die Daten können dann telefonisch, im Internet oder mit einer NABU-App gemeldet werden. "Damit kann jede und jeder mithelfen, eine detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu ermöglichen", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Blaumeisen im Fokus

In diesem Jahr interessiert sich der NABU insbesondere für Blaumeisen. Hintergrund ist eine durch ein Bakterium ausgelöste Epidemie im vergangenen Frühjahr. Diese sorgte den Naturschützern zufolge für den Tod Tausender Blaumeisen. Die Frage ist nun, ob immer noch ein Effekt spürbar ist.

Im vergangenen Winter beteiligten sich nach NABU-Angaben mehr als 143.000 Menschen an der Zählaktion, die der bayerische Landesbund für Vogelschutz mitorganisiert. Eine Erkenntnis aus den bisherigen Zählungen sei, dass in kalten und schneereichen Wintern deutlich mehr Vögel in die Nähe des Menschen kommen. "Die lange Reihe zunehmend milder Winter führte zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen", hieß es.

Über dieses Thema berichtete BR plus am 08. Januar 2021 um 11:05 Uhr.