Musiklehrer am Klavier | Bildquelle: dpa

Unterrichtsstudie Zu wenig Musiklehrer an Grundschulen

Stand: 11.03.2020 07:45 Uhr

Weniger als die Hälfte des Musikunterrichts an deutschen Grundschulen wird von ausgebildeten Musikpädagogen gegeben. Nach Schätzungen der Bertelsmann-Stiftung gibt es mindestens 23.000 Musiklehrer zu wenig.

An deutschen Grundschulen fehlen laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung mehr als 23.000 Musiklehrer. Nur 43 Prozent des Fachunterrichts wird demnach von ausgebildeten Musiklehrkräften erteilt. Den Rest übernehmen fachfremde Pädagogen, oder der Musikunterricht fällt ganz aus.

Für die Studie im Auftrag des Deutschen Musikrates wurden Daten aus 14 Bundesländern analysiert. Für Bayern und das Saarland lagen keine Daten vor. Insgesamt gab es an den Grundschulen etwa 17.000 Musiklehrer. Die Kinder haben, je nach Bundesland, Anspruch auf eine oder zwei Musikstunden in der Woche. Daraus ergibt sich aber ein Bedarf von insgesamt 40.000 Pädagogen.

In acht Jahren fehlen 25.000 Musiklehrer

Ohne Gegenmaßnahmen würde die Lücke laut Bertelsmann-Stiftung in den kommenden Jahren noch größer. Altersbedingt verlassen Lehrer die Schulen. Die Zahl der Grundschulkinder steigt. Dann würden in acht Jahren vermutlich 25.000 Musiklehrer an deutschen Grundschulen fehlen.

Der Anteil des fachfremd erteilten Unterrichts schwankt zwischen den Ländern deutlich. Die Spanne liegt laut Studie zwischen elf und 73 Prozent. Im Westen Deutschlands wird demnach tendenziell öfter fachfremd unterrichtet als in Ostdeutschland.

Forderung nach mehr Studienplätzen und Seiteneinsteigern

Die Autoren der Erhebung halten es für erforderlich, dass Schulbehörden und Hochschulen gleichmaßen aktiv werden. Notwendig seien mehr Studienplätze für das Fach "Musik". Musiklehrer an den Schulen sollten mehr im Fach Musik eingesetzt werden. Und für eine Übergangsphase sollten auch Seiteneinsteiger nach verbindlichen Standards gewonnen werden. Da die Voraussetzungen in den Bundesländern extrem unterschiedlich seien, müssten in jedem Land individuelle Problemlösungen erarbeitet werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. März 2020 um 06:00 Uhr.

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