Bewaffnete Polizisten gehen durch die Innenstadt von Münster. | Bildquelle: dpa

Nordrhein-Westfalen Autoattacke erschüttert Münster

Stand: 07.04.2018 22:44 Uhr

Die Angst vor einem Anschlag war sofort wieder da: Ein Mann hat in Münster einen Kleinbus in eine Menschenmenge gesteuert und zwei Personen getötet. Einen islamistischen Terrorakt schließen die Behörden derzeit aus.

Viele Menschen sitzen an diesem sonnigen Samstagnachmittag vor dem Lokal "Großer Kiepenkerl", als ein Kleintransporter in die Stuhl- und Tischreihen fährt. Zwei Menschen werden getötet, mindestens 20 werden verletzt. Nach der Attacke erschießt sich der Täter nach Polizeiangaben in dem Fahrzeug selbst.

Eine Polizeisprecherin erklärte, es werde nicht nach weiteren Verdächtigen gesucht. Die Gefahr sei gebannt. Zeitweise hatte es Gerüchte gegeben, dass ein oder zwei weitere Menschen aus dem Transporter gesprungen und geflüchtet seien.

Polizisten untersuchten im Tatfahrzeug auch einen verdächtigen Gegenstand und prüften, ob sich Sprengstoff in dem Transporter befand. Dazu gibt es allerdings noch keine offiziellen Informationen, offenbar dauert der Einsatz an.

Todesfahrt in Münster
tagesthemen 23:15 Uhr, 07.04.2018, Caroline Imlau, WDR

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Tatort schnell weiträumig abgesperrt

Die Polizeipräsenz in der nordrhein-westfälischen Stadt war bereits vor dem Zwischenfall groß, da ursprünglich eine Kurden-Demonstration angemeldet worden war. Die Altstadt wurde nach der Attacke weiträumig abgesperrt. Die Polizei bat die Menschen am Nachmittag, die Innenstadt zu verlassen. Der Bereich um den Tatort blieb am Abend weiter abgesperrt.

Die Polizei Münster twitterte außerdem: "Bitte verbreitet keine Gerüchte im Netz und vermeidet Spekulationen."

Offenbar kein islamistischer Anschlag

Bei dem Fahrer handelt es sich nach ersten Ermittlungen um einen 48 Jahre alten Deutschen. Der Mann sei nach ersten Erkenntnissen ein deutscher Staatsbürger, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul in Münster. "Es spricht im Moment nichts dafür, dass es einen islamistischen Hintergrund gibt."

Die Details und ein mögliches Motiv würden noch untersucht, sagte Reul weiter. Es werde in alle Richtungen ermittelt. "Sobald gesicherte Informationen vorliegen, und nicht nur Gerüchte oder Hinweise, werden sie bekanntgegeben."

Täter soll psychisch auffällig gewesen sein

Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" wurde die Wohnung des Täters nach Sprengstoff durchsucht. Der 1969 geborene Mann soll psychisch auffällig gewesen sein.

Der Mann habe schon lange in Münster gelebt, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Jens R. sei 48 Jahre alt gewesen und habe in der Nähe des Tatorts gewohnt.

Merkel zeigt sich "zutiefst erschüttert"

Die Bundesregierung und weitere bekannte Politikern äußerten sich erschüttert über die Attacke. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich "zutiefst erschüttert" über die "schrecklichen Geschehnisse".

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach von einer "schweren Gewalttat" und sprach den Betroffenen sein Beileid aus. "Die Meldungen, die uns aus Münster erreichen, sind entsetzlich", erklärte Steinmeier. "Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern und den Angehörigen - mein tiefes Mitgefühl gilt allen, die einen geliebten Menschen verloren haben und in tiefer Sorge sind."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 07. April 2018 um 23:15 Uhr.

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