Polizisten stehen vor dem Haus des ermordeten Walter Lübcke. | Bildquelle: REUTERS

Mordfall Lübcke Stephan E. widerruft Geständnis

Stand: 02.07.2019 13:37 Uhr

Im Mordfall Lübcke hat der dringend tatverdächtige Stephan E. sein Geständnis nach SWR-Informationen widerrufen - vermutlich aus taktischen Gründen. Auswirkungen auf die weiteren Ermittlungen werden nicht erwartet.

Von Holger Schmidt, SWR, ARD-Terrorismusexperte

Vor dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs wollte Stephan E. sein Geständnis nicht wiederholen, im Gegenteil: Nach SWR-Informationen hat er seine Angaben zur Tötung von Walter Lübcke ausdrücklich widerrufen und schwieg ansonsten. Begleitet wurde Stephan E. dabei von einem neuen Anwalt aus Dresden.

Dieser bestätigte inzwischen den Widerruf: "Herr E. hat in der Tat sein Geständnis heute in der Verhandlung widerrufen", teilte Anwalt Frank Hannig mit. "Der BGH hat einen Haftbefehl erlassen, Herr E. bleibt in Haft", sagte Hannig zudem.

Mordfall Lübcke: Stephan E. bleibt in Untersuchungshaft
tagesschau 20:00 Uhr, 02.07.2019, Christoph Kehlbach, SWR

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Widerruf wohl aus taktischen Gründen

Aus Ermittlungskreisen hieß es zu dem Widerruf, dieser sei wohl eher taktischer Natur. Das ursprüngliche Geständnis von Stephan E., den Kasseler Regierungspräsidenten erschossen zu haben, sei derart ausführlich und detailreich gewesen, dass durch den Widerruf keine Auswirkungen auf die weiteren Ermittlungen zu erwarten seien. Denn trotz des Widerrufs bleiben die früheren Angaben von Stephan E. für die Ermittler verwertbar.

Die Vorführung des Beschuldigten heute vor dem Ermittlungsrichter in Karlsruhe hatte eher formellen Charakter. Stephan E. saß bislang aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Kassel in Untersuchungshaft. Durch die Übernahme des Falls durch den Generalbundesanwalt ist nun aber der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof zuständig, der Haftbefehl wurde deshalb umgestellt und gilt wie die Untersuchungshaft weiterhin.

Der 45-jährige Tatverdächtige ist mehrfach vorbestraft und war in früheren Jahren durch Kontakte in die rechtsextreme Szene aufgefallen. Der Kasseler Regierungspräsident war Anfang Juni neben seinem Haus erschossen worden. Der CDU-Politiker war in der Vergangenheit wegen seiner Haltung zu Flüchtlingen bedroht worden.

Stephan E. widerruft Geständnis im Fall Lübcke
Holger Schmidt, SWR
02.07.2019 14:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Juli 2019 um 14:00 Uhr.

Korrespondent

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Holger Schmidt, SWR

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