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Berliner Ex-Bürgermeister "Schabowski wollte vorher Bescheid sagen"

Stand: 07.11.2019 17:14 Uhr

Walter Momper war 1989 Bürgermeister von West-Berlin. Auf tagesschau24 erzählt er, wie Schabowski ihn schon Wochen vorher über die geplante Grenzöffnung informierte - der Tag des Mauerfalls ihn dann aber doch überraschte.

Es war eine beiläufige Äußerung, durch die Walter Momper vom bevorstehenden Ende der DDR erfuhr. Der ehemalige Bürgermeister von West-Berlin traf am 29. Oktober 1989 die DDR-Führung unter Günther Schabowski und Egon Krenz zu regulären Gesprächen. "Erst ganz zum Schluss der Sitzung sagte Schabowski eher beiläufig: 'Wir werden Reisefreiheit gewähren'."

500.000 Grenzübertritte - an einem Tag

Ab da wusste Momper, dass bis spätestens Ende des Jahres etwas Historisches passieren würde. Umgehend begannen die Planungen für den Tag X. Die wichtigste Frage für Westberlin war: Wie viele Menschen würden am ersten Tag aus dem Osten herüberkommen? Intern rechnete die Stadt mit 500.000 Grenzübertritten - öffentlich sprach sie jedoch "nur" von 300.000.

Dass am 9. November dann die Grenzen tatsächlich geöffnet wurden, kam für Momper doch überraschend: "Ich dachte: Warum hat Schabowski nicht Bescheid gesagt? Er wollte das doch eigentlich 14 Tage vorher ankündigen." Dann sei alles ganz schnell gegangen. Am Abend erklärte Momper im Sender Freies Berlin: "Dies ist der Tag, auf den wir 28 Jahre gewartet haben." Am nächsten Tag habe er im Bundesrat gesagt: "Heute Nacht waren wir das glücklichste Volk der Welt." 

Walter Momper, ehem. Bürgermeister Berlin, zu den Tagen vor dem Mauerfall
tagesschau24 15:00 Uhr, 07.11.2019

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Blutbad blieb aus

Rückblickend ist Momper froh, dass alles so friedlich ablief. Erstens war die DDR-Führung schon lange nicht mehr Herr der Lage. "Und ich dachte deshalb: Irgendwann kommt der Sturm von hinten über die Mauer. Und das konnte ich mir nur vorstellen als eine furchtbare Schießerei der Grenztruppen mit vielen Toten."

Dass ein solcher Kampf ausblieb, sei aber auch der besonnen Reaktion der Grenzschutzbeamten im Osten zu verdanken. "Am Grenzübergang Bornholmerstraße hatten sich etwa 10.000 Menschen versammelt. Dadurch wurde der Druck so groß, dass die Grenzer Angst hatten, ihnen würden die Zäune zertreten und die Häuser zum Einsturz gebracht. Und da haben die Beamten dann entschieden, die Grenze zu öffnen"

"Immer noch ein glückliches Volk"

Was ist heute von den Hoffnungen, die mit der Wende verbunden waren, übrig geblieben? Obwohl die Bilanz nach 30 Jahren durchwachsen ausfalle: "Wir sind immer noch ein glückliches Volk", sagt Momper. "Wann hat ein Volk jemals die Einheit so friedlich erreicht wie die Deutschen?" Dass die Wiedervereinigung so verlaufen sei, dass während des Umsturzes niemandem ein Haar gekrümmt wurde, sei das wichtigste für ihn - auch 30 Jahre nach dem Mauerfall.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. November 2019 um 15:00 Uhr.

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