Polizisten stehen in der Silvesternacht auf dem ansonsten menschenleeren Marienplatz im Zentrum Münchens. | dpa

Weihnachten und Silvester Weniger Mobilität über die Feiertage

Stand: 07.01.2021 14:46 Uhr

Weihnachten im kleinen Kreis, Silvester vor dem Fernseher: Wegen der Corona-Maßnahmen waren die Menschen über die Feiertage diesmal deutlich weniger unterwegs als im Vorjahr. Dabei gab es große regionale Unterschiede.

Die Menschen in Deutschland waren wegen der Corona-Maßnahmen an Weihnachten und über den Jahreswechsel deutlich weniger unterwegs als im Vorjahr. Das Statistische Bundesamt bezifferte den Rückgang der Mobilität über die Weihnachtstage nach einer experimentellen Auswertung von Mobilfunkdaten auf bundesweit im Schnitt 14,6 Prozent. An Silvester ging die Mobilität im Vergleich zum Vorjahr sogar um 57 Prozent zurück.

Über Weihnachten sank demnach insbesondere die Zahl längerer Reisen erheblich. So gab es nur etwa die Hälfte der an Weihnachten 2019 registrierten Reisen über eine Distanz von mehr als hundert Kilometern. Wie das Bundesamt weiter berichtete, gab es dabei aber insgesamt große regionale Unterschiede. Während die Mobilität in Berlin um 20 Prozent und in Bayern um 18 Prozent abnahm, sank sie in Mecklenburg-Vorpommern um sieben und in Brandenburg nur um ein Prozent.

Nach Einschätzung des Bundesamts verzichteten die Bürger wegen der Kontaktbeschränkungen vor allem auf den Besuch weiter entfernter Verwandter und auf Urlaubsreisen. Der Rückgang der Mobilität fiel am ersten Weihnachtsfeiertag mit einem Minus von 14,3 Prozent und am zweiten Weihnachtsfeiertag mit minus 18,5 Prozent stärker aus als an Heiligabend mit minus 11,1 Prozent.

Versammlungsverbot und Ausgangssperren

Den erheblichen Rückgang in der Silvesternacht erklärte das Bundesamt durch das bundesweite Versammlungs- und Feuerwerksverbot, das in vielen Regionen zudem auch noch durch nächtliche Ausgangssperren ergänzt worden war. Auch hierbei zeigten sich im Vergleich der zehn größten Städte Unterschiede: So war der Rückgang der Mobilität gegenüber dem vorherigen Jahreswechsel in Stuttgart und München besonders deutlich - in Stuttgart ging sie um 83 Prozent zurück, in München um 80 Prozent. Dies sei vermutlich auf die auch in der Silvesternacht in Baden-Württemberg und Bayern geltenden Ausgangssperren zurückzuführen, hieß es.

Das Bundesamt nutzt für seine Erhebungen zum Mobilitätsverhalten in der Corona-Pandemie anonymisierte und in großer Zahl gesammelte Mobilfunkdaten. Dabei handelt es sich aber um eine experimentelle Sonderauswertung, wie die Statistiker betonen. Sie sei in ihrer Qualität daher nicht mit den amtlichen Statistiken vergleichbar. Hintergrund ist die Annahme, dass eine reduzierte Mobilität auch die Zahl der sozialen Kontakte und damit der Ansteckungen senkt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 07. Januar 2021 um 18:20 Uhr.