Ein Wohnhaus in Berlin | Bildquelle: dpa

Wohnungsmarkt Mietpreise steigen rasant

Stand: 31.08.2018 09:22 Uhr

Die Preise für Neuvermietungen steigen mehr als doppelt so schnell wie das allgemeine Preisniveau. Entsprechende Zahlen hat jetzt das Bundesinnenministerium veröffentlicht.

Eigentümer verlangen bei Neuvermietungen in Deutschland immer höhere Mieten - die Forderungen steigen deutlich schneller als das allgemeine Preisniveau. Dies geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Chris Kühn hervor.

Demnach stiegen die geforderten Neumieten im zweiten Quartal 2018 um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, die allgemeinen Verbraucherpreise aber nur um 2 Prozent. Im ersten Quartal 2017 hatte die Steigerung der Mietpreise noch bei 4,0 Prozent gelegen.

Auswertung von Wohnungsanzeigen

Für die Ermittlung der Zahlen wertete das für Bau zuständige Bundesinnenministerium Angebote von Online-Immobilienplattformen und die Online-Angebote von Tageszeitungen aus.

Einbezogen wurden Nettokaltmieten unmöblierter Wohnungen zwischen 40 und 130 Quadratmetern ohne Nebenkosten. Mieten aus bestehenden Verträgen wurden nicht erfasst. Über die tatsächlich erzielten Mieten und die Bestandsmieten wurde keine Auskunft gegeben.

Textmarker mit markierter Wohnungsannonce
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Für die Ermittlung der Mietpreissteigerung wertete das Innenministerium Wohnungsannoncen aus.

Grüne: Brauchen mehr sozialen Wohnungsbau

Kühn, wohnungspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, erklärte: "Das selbstgesetzte Ziel, die Mieten bezahlbar zu halten, verfehlt die Regierung krachend. Die Angebotsmieten stiegen im Bundesdurchschnitt doppelt bis dreimal so schnell wie die Verbraucherpreise. Tendenz: steigend."

Der Bundesregierung warf Kühn Trägheit vor. "Wir brauchen keine leeren Versprechen und Show-Veranstaltungen, sondern endlich mehr sozialen Wohnungsbau, eine Erhöhung des Wohngelds, die Wiedereinführung des gemeinnützigen Wohnungsbaus und eine echte Mietpreisbremse."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 29. August 2018 um 06:40 Uhr.

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