Sachsen, Leipzig: Rauch strömt aus den Kaminen auf den Dächern der Mehrfamilienhäuser. | Bildquelle: dpa

Mieterbund "CO2-Bepreisung nicht auf Mieter umlegen"

Stand: 13.07.2019 14:36 Uhr

Der Mieterbund befürchtet, dass die in Folge einer CO2-Bepreisung steigenden Heizkosten auf die Mieter abgewälzt werden. Diese hätten schließlich kaum Einfluss darauf, wie ihre Wohnungen geheizt würden.

Nach der Empfehlung der Wirtschaftsweisen, mit einer CO2-Bepreisung das Heizen in Gebäuden zu verteuern, warnt der deutsche Mieterbund vor höheren Belastungen für Mieter. Mieterbund-Präsident Lukas Siebenkotten sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die dadurch entstehenden Kosten dürften nicht auf die Mieter umgelegt werden.

Mieter hätten "keinen Einfluss darauf, wie ihre Wohnung geheizt wird". Das entschieden die Vermieter, weshalb diese auch die zusätzlichen Kosten einer CO2-Steuer im Heizungsbereich zahlen sollten. Um Wohnungseigentümer dazu zu bewegen, auf klimafreundliche Heizungen umsteigen, schlug Siebenkotten "substanzielle Investitionskostenzuschüsse" vor.

Hauseigentümer sehen auch Mieter in der Pflicht

Eine steuerliche Förderung für energiesparende Gebäudesanierungen forderte auch der Eigentümerverband Haus und Grund. Ohne Beteiligung der Mieter könnten die Kosten der Energiewende aber nicht finanziert werden, so Verbandspräsident Kai Warnecke. "Hier eine Lösung mit Augenmaß zu finden, wird das Entscheidende sein, wenn die CO2-Bepreisung kommt." Sicher sei, dass im Falle einer CO2-Bepreisung das Wohnen in Deutschland teurer werde.

Der Chef des Bundesverbandes Verbraucherzentrale, Klaus Müller, betonte, für Verbraucher sei die soziale Ausgestaltung der CO2-Bepreisung wichtig. "Die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung müssen vollständig an die Gruppe der privaten Haushalte zurückfließen", sagte er der "Rheinischen Post".

Ein CO2-Preis soll dabei helfen, eigene und internationale Klimaschutzziele Deutschlands zu erreichen. Nach Einschätzung von Experten könne er vor allem im Verkehr und beim Heizen etwas bewirken. In der zweiten Septemberhälfte will die Bundesregierung ein Paket festzurren, das sicherstellt, dass wenigstens das Klimaschutzziel für 2030 - nämlich 55 Prozent weniger Treibhausgase als 1990 - erreicht wird.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. Juli 2019 um 11:00 Uhr.

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