Jörg Meuthen | Bildquelle: dpa

Streit um AfD-Spaltung Parteichef Meuthen räumt Fehler ein

Stand: 06.04.2020 12:30 Uhr

Er hatte angeregt, die AfD zu spalten - und stieß damit auf heftige Kritik. Nun hat AfD-Parteichef Meuthen eingeräumt, einen "großen Fehler begangen zu haben". Der Vorstand begrüßte die Aussage.

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat versprochen, die von ihm losgetretene Debatte über eine mögliche Aufspaltung der Partei in einen "sozial-patriotischen" und einen "freiheitlich-konservativen" Flügel zu beenden.

In einem Beschluss, den der Bundesvorstand der Partei in einer Telefonkonferenz einstimmig fällte, heißt es: Meuthen habe eingeräumt, er habe mit derartigen Äußerungen in seinem Interview vergangene Woche "einen großen Fehler begangen".

Vorstand will Einheit der Partei

Der Parteivorsitzende bekenne sich zur Geschlossenheit der AfD als einheitlicher Partei und bekräftige, "ausschließlich in diesem Sinne gemeinsam vorzugehen", hieß es weiter. Der Vorsitzende habe zudem erklärt, "die Diskussion nicht weiter zu führen".

Der Bundesvorstand "begrüßt diese Klarstellung, bejaht die Einheit der Partei und spricht sich gegen jegliche Bestrebung aus, diese zu gefährden", erklärte die Parteispitze.

Meuthen: "Strategischer Denkansatz"

Bereits am Wochenende war Meuthen zurückgerudert. Er hätte "klarer machen müssen, dass es sich hier um einen strategischen Denkansatz handelt und nicht um eine konkrete Forderung - das war sicherlich ein Fehler", räumte Meuthen in einem Interview mit der Wochenzeitung "Junge Freiheit" ein. Vielleicht sei auch der Zeitpunkt für seine Äußerungen "ungünstig" gewesen.

Meuthen hatte am Mittwoch im Online-Magazin "Tichys Einblick" angeregt, über eine Trennung der Partei nachzudenken. Dieser Vorstoß hatte ihm heftige Kritik aus der AfD eingebracht - über die zerstrittenen Parteiflügel hinweg.

Über dieses Thema berichtete die Sendung "MDR Aktuell" im MDR am 02. April 2020 um 19:30 Uhr.

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