Friedrich Merz, früherer CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender im Bundestag, spricht auf einer Pressekonferenz.  | picture alliance/dpa

CDU-Vorsitz Merz setzt auf eine Teamlösung

Stand: 16.11.2021 15:42 Uhr

Mehr Inhalte, mehr Köpfe: Im Rennen um den CDU-Vorsitz setzt Friedrich Merz auf eine neue Taktik. One-Man-Show war gestern, nun inszeniert sich der 66-Jährige als Teamplayer - mit teils unbekannten Mitspielern.

Zweimal ist er bei der Wahl zum CDU-Vorsitz bereits gescheitert, optimistisch ist Friedrich Merz vor seinem dritten Versuch trotzdem. Gewinnen will er die Mitglieder mit einer ungewöhnlichen Idee: Sollte er es an die Spitze der CDU schaffen, strebt er eine Teamlösung im Amt des Generalsekretärs an. In Berlin präsentierte der 66-Jährige seine beiden Mitstreiter Christina Stumpp und Mario Czaja.

Satzung müsste geändert werden

Merz sagte, die anstehende Arbeit solle auf viele Köpfe verteilt werden. Das stünde der CDU gut. Der 46 Jahre alte frühere Berliner Sozialsenator Mario Czaja habe gezeigt, dass er Kampagnen organisieren könne, lobte Merz. Für den neu zu schaffenden Posten einer stellvertretenden Generalsekretärin setzt er auf die 34 Jahre alte bisherige baden-württembergische Kommunalpolitikerin Christina Stumpp. Beide hatten bei der Bundestagswahl ein Direktmandat gewonnen.

Merz will dem CDU-Parteitag am 21. und 22. Januar in Hannover bei seiner Wahl zum Vorsitzenden vorschlagen, die Satzung so zu ändern, dass wie bei der CSU das Amt eines stellvertretenden Generalsekretärs geschaffen wird. Dass die 1001 Delegierten einem neu gewählten Vorsitzenden einen solchen Wunsch abschlagen, gilt als unwahrscheinlich.

Merz fordert inhaltliche Impulse

Auch im Präsidium wünscht sich Merz neue Impulse: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Fraktionsvize Carsten Linnemann sollen aus seiner Sicht künftig wichtige Rollen in der CDU spielen. Merz sagte, beide erwägten als stellvertretende Parteivorsitzende zu kandidieren, was er sehr begrüße. Merz schlug vor, dass die fünf stellvertretenden Parteivorsitzenden künftig für bestimmte Aufgaben stehen und so "sichtbar" werden. So solle Linnemann die Grundsatzkommission leiten.

Merz sagte, es stehe ein anstrengendes und herausforderndes Wahlkampfjahr mit drei Landtagswahlen vor der CDU. Aber auch ein inhaltlicher Neubeginn sei nötig. Als Beispiele nannte Merz die Klimapolitik, Außen- und Sicherheitspolitik, die Bundeswehr und Fragen der sozialen Gerechtigkeit. "Da ist die CDU nicht gut genug aufgestellt." Soziale Sicherungssysteme müssten erneuert werden. Merz betonte, mit ihm werde es keinen "Rechtsruck" in der Partei geben.

Mitglieder entscheiden

Die CDU will nach dem historisch schlechten Abschneiden bei der Bundestagswahl ihren neuen Parteivorsitzenden im Dezember erstmals durch die Mitglieder bestimmen lassen. Neben Merz haben auch der bisherige Kanzleramtsminister Helge Braun und der CDU-Außenexperte Norbert Röttgen ihre Kandidatur für die Nachfolge von Armin Laschet erklärt. Nach Ende der Bewerberfrist am Mittwochabend können sich die Bewerber zwei Wochen lang der Basis vorstellen. 

Röttgen hatte seinerseits vergangene Woche angekündigt, er wolle im Falle seiner Wahl die 39-jährige Bundestagsabgeordnete Franziska Hoppermann aus Hamburg als Generalsekretärin vorschlagen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 16. November 2021 um 22:15 Uhr.