Friedrich Merz (CDU) | Bildquelle: dpa

Merkel-Nachfolge für CDU-Vorsitz Merz kündigt Kandidatur an

Stand: 30.10.2018 15:03 Uhr

Nun ist es offiziell: Der ehemalige Unionsfraktionschef Merz will für den CDU-Vorsitz kandidieren. Er habe sich nach "reiflicher Überlegung" entschieden. 2009 hatte er der aktiven Politik den Rücken gekehrt.

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz will im Dezember auf dem Parteitag der CDU in Hamburg für den Parteivorsitz kandidieren. Das teilte der 62 Jahre alte Jurist offiziell mit. "Ich habe mich nach reiflicher Überlegung und nach zahlreichen Gesprächen entschieden, auf dem Bundesparteitag in Hamburg für den Vorsitz der Christlich Demokratischen Union Deutschlands zu kandidieren", erklärte er in einer Pressemitteilung.

Oliver Köhr, ARD Berlin, mit Hintergründen zu den Kandidaten für den CDU-Vorsitz
tagesschau 17:00 Uhr, 30.10.2018

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Damit tritt Merz gegen CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn an. Diese hatten beide bereits gestern in den Parteigremien mitgeteilt, dass sie kandidieren wollen, nachdem Kanzlerin Angela Merkel erklärt hatte, sie trete angesichts der jüngsten Wahlergebnisse nicht mehr an. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und CDU-Landeschef Armin Laschet hat eine Kandidatur bisher noch offengelassen.

Merz hatte bereits gestern über sein Umfeld Interesse an an einer Kandidatur lanciert. Unmittelbar zuvor war bekannt geworden, dass sich Merkel nicht mehr bewirbt.

Merz gilt als Merkel-Kritiker

Merz, der nicht unbedingt als Freund der bisherigen CDU-Chefin gilt, erklärte nun: "Angela Merkel verdient Respekt und Anerkennung für ihre Leistungen in 18 Jahren an der Spitze der Partei. Damit hat die CDU Deutschlands nun die Chance, sich neu aufzustellen und eine neue Parteiführung zu wählen." Der 62-Jährige fügte hinzu: "Wir brauchen in der Union Aufbruch und Erneuerung mit erfahrenen und mit jüngeren Führungspersönlichkeiten. Ich bin bereit, dafür Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig alles zu tun, um den inneren Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit der CDU Deutschlands zu stärken."

Merkel und Merz waren im Jahr 2000 an die CDU-Spitze gerückt, als unter dem Eindruck der CDU-Spendenaffäre Wolfgang Schäuble Partei- und Fraktionsvorsitz abgeben musste. Merkel übernahm im Adenauer-Haus, Merz im Bundestag.

Der Sauerländer vertritt wirtschaftsliberale Positionen und wird eher dem konservativem Flügel der Union zugerechnet. Furore machte seine Forderung nach einem simplen Steuersystem, bei dem die Steuererklärung auf einen Bierdeckel passt. Schlagzeilen machte auch sein Eintreten für eine "deutsche Leitkultur".

Merz äußerte sich immer wieder politisch

Differenzen zu Merkel wurden schnell deutlich, 2002 verdrängte die CDU-Chefin Merz vom Fraktionsvorsitz. Ab 2005 arbeitete Merz verstärkt in der Privatwirtschaft, zur Bundestagswahl 2009 trat er nicht mehr an. Dennoch äußerte sich der Jurist immer wieder auch politisch. 2014 berief ihn die CDU in die Parteikommission "Zusammenhalt stärken - Zukunft der Bürgergesellschaft gestalten".

Der 62-Jährige ist Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafens Köln/Bonn und Mitglied einer internationalen Anwaltskanzlei in Düsseldorf. Derzeit arbeitet er für das amerikanische Unternehmen Blackrock, den weltgrößten Vermögensverwalter.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Oktober 2018 um 14:00 Uhr.

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