Angela Merkel | Bildquelle: FILIP SINGER/EPA-EFE/REX

Richtungsdebatte Merkel ruft Union zu Geschlossenheit auf

Stand: 11.02.2020 21:54 Uhr

Es sei nicht naturgegeben, dass die Union auch in der nächsten Regierung sei, sagte Bundeskanzlerin Merkel in der Sitzung der Unionsfraktion in Berlin. Sie forderte die Abgeordneten zum Zusammenhalt auf.

Nach dem angekündigten Rückzug von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Union zu Geschlossenheit aufgerufen. Wie das ARD-Hauptstadtstudio aus Teilnehmerkreisen erfuhr, sagte Merkel in der Unionsfraktionssitzung, nach 14 Jahren Regierung sei es nicht naturgegeben, dass die Union nach der nächsten Wahl wieder in der Regierung sei.

"Den Laden zusammenhalten"

Alle seien aufgefordert, "den Laden zusammenzuhalten, Konzepte für die Zukunft zu machen und ein demokratisch regiertes Deutschland, das Maß und Mitte kennt, wirklich nach vorn zu bringen". Den Angaben zufolge räumte Merkel ein, dass es schwierig sei, die verschiedenen Richtungen in der Union zusammenzuhalten.

Sie forderte die Bundestagsabgeordneten dazu auf, Kramp-Karrenbauer zu unterstützen, programmatisch, aber auch bei den Entscheidungen über eine neue Parteiführung. "Damit wir eine starke Union sind, in der alle Flügel auch wirklich ihre Heimat haben."

"Keine gemeinsame Sache mit der AfD"

Die AfD wolle die Demokratie kaputt machen und unterminieren, sagte die Kanzlerin weiter. Das erlebe man in jeder Sitzungswoche im Bundestag. Die CDU habe einen Abgrenzungsbeschluss nach links und ein klares Votum , "dass wir keine gemeinsame Sache mit der AfD machen."

Die Wahl von Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen sei mit Ansage passiert, so Merkel. Jeder in der Thüringer CDU habe Tage vorher gewusst, dass das nur mit Hilfe der AfD gehen könne. Sie selbst und die Bundespartei hätten davor unmissverständlich gewarnt.

CSU-Chef Söder | Bildquelle: dpa
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CSU-Chef Söder warnt vor einem Bruch mit der Ära Merkel.

Söder: Kein totaler Bruch mit der Ära Merkel
Georg Schwarte, ARD Berlin
12.02.2020 07:36 Uhr

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Söder: "Es geht um alles oder nichts"

CSU-Chef Markus Söder warnte die Schwesterpartei in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vor einem "totalen Bruch mit der Ära Merkel". Auch einen vorzeitigen Rückzug der Kanzlerin hielte er für falsch. "Deutschland braucht eine stabile Regierung mit einer international hoch angesehenen Kanzlerin." In der Kandidatenfrage forderte Söder alle in der Union auf, persönliche Eitelkeiten zurückzustellen. Es gehe für die Union um "alles oder nichts".

Merkel ruft Union zur Einigkeit auf
Claudia Plaß, ARD Berlin
11.02.2020 22:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 11. Februar 2020 um 22:06 Uhr.

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