Kanzlerin Merkel sprach kurz nach deren Rede mit Greta Thunberg. | Bildquelle: dpa

Merkel trifft Thunberg Diesmal sollen dem Greta-Foto Taten folgen

Stand: 20.08.2020 03:17 Uhr

Kanzlerin Merkel hat Greta Thunberg und einige Mitstreiterinnen zum Gespräch eingeladen. Die schwedische Klimaaktivistin erwartet von Deutschland und der EU konkrete Schritte für mehr Klimaschutz.

Von Angela Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio

Eigentlich ist Angela Merkel nicht wild auf Fotos, doch dieses Bild war ihr wichtig: Im September letzten Jahres, am Rande des UN-Klimagipfels in New York, ließ sich die Kanzlerin im Gespräch mit Greta Thunberg ablichten. Merkel und die junge Klima-Aktivistin, die zuvor die Weltgemeinschaft aufgerüttelt hatte - erst in New York, später auch in Berlin am Brandenburger Tor. "Wir sollten Panik kriegen", forderte Thunberg von Deutschland, Europa, von der Welt. "Denn nur so werden wir die eigene Komfort-Zone verlassen."

Merkel will sich "Gespräch nicht verweigern"

Heute genau vor zwei Jahren hat die 17-Jährige ihren damals noch einsamen Klimastreik vor dem Reichstag in Stockholm begonnen. Jetzt trifft sich Thunberg mit Merkel, zusammen mit anderen Streiterinnen für den Klimaschutz, unter anderem mit Luisa Neubauer von "Fridays for Future".

"Es gab einen Wunsch von Frau Neubauer, und deshalb möchte ich mich diesem Gespräch nicht verweigern, sondern freue mich, wenn der Wunsch nach diesem Gespräch besteht", erklärte die Kanzlerin die Einladung etwas sperrig. Merkel ist derzeit EU-Ratsvorsitzende.

Dass der Protest von "Fridays for Future" auch der Bundesregierung Beine macht, hat sie schon länger eingestanden. "Die Ernsthaftigkeit, mit der Greta, aber auch viele, viele junge Leute uns darauf hinweisen, dass es um ihr Leben geht, die hat uns schon nochmal dazu gebracht, entschlossener an die Sache heranzugehen."

Klima-Aktivistin Greta Thunberg im Gespräch mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau | Bildquelle: REUTERS
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Auch Kanadas Premier Trudeau traf sich öffentlichkeitswirksam mit Greta Thunberg - und musste sich von ihr viel Kritik anhören.

Große Erwartungen an deutsche Ratspräsidentschaft

Auch Merkel hat den offenen Brief bekommen, den Thunberg und andere an die EU-Staats- und Regierungschefs geschrieben haben. Darin fordern sie, die Klimakrise endlich als echte Krise zu behandeln. Konkret: nicht mehr in fossile Brennstoffe zu investieren und CO2-Budgets verbindlich festzulegen.

Für Franziska Brantner von den Grünen ist das Treffen der Kanzlerin mit den Klimaschützerinnen ein guter erster Schritt. Dem müssten andere folgen, sagte Brantner dem ARD-Hauptstadtstudio. "Frau Merkel darf nicht nur schöne Termine mit Luisa und Greta haben, sondern muss jetzt während der Ratspräsidentschaft wirklich was fürs Klima tun."

Das bedeute erstens, dass bis Jahresende die neuen, ambitionierten EU-Klimaziele fertig verhandelt sein müssten, und zweitens, dass auch die Programme wieder gestärkt würden, die Klimaschutz beinhalten, und beim letzten Gipfel gekürzt wurden, so Brantner. "Daran werden wir sie messen."

Luisa Neubauer, "Friday for Future", über das Treffen mit Kanzlerin Merkel und die Zukunft der Protestaktion
Morgenmagazin, 20.08.2020

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Corona hilft - aber nur kurzfristig

In Deutschland hinkt die Regierung den eigenen Klimaversprechen hinterher. Allerdings sieht es durch Corona weniger trostlos aus als gedacht: Das deutsche Klimaziel für 2020 (minus 40 Prozent CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990) könnte wieder in greifbare Nähe rücken, weil derzeit kaum noch wer fliegt und sich die Menschen generell weniger bewegen.

Für die Umwelt ist das kurzfristig gut - aber nicht nachhaltig, warnen die Experten. Da käme es mehr darauf an, wie der Kohleausstieg umgesetzt wird, oder ob beim Verkehr oder im Gebäudebereich weniger Treibhausgase ausgestoßen werden - bisher die erklärten Sorgenkinder.

"Fridays for Future" in der Corona-Krise
Morgenmagazin, 20.08.2020, Kerstin Dausend, ARD Berlin

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Wichtig sei auch, dass es bei den Erneuerbaren Energien vorangeht, sagt Patrick Graichen vom Thinktank "Agora Energiewende". Er ist aber auch hier optimistisch: "Mein Eindruck ist, dass jetzt der Knoten geplatzt ist. Wir können nicht mehr in dem Klein-Klein weitermachen, in dem sich die Große Koalition in den letzten zwei Jahren verhakt hatte."

Für ihr Foto mit Thunberg vor einem Jahr hat die junge Schwedin die Kanzlerin noch kritisiert: Viele wollten Fotos mit ihr, aber täten zu wenig für den Klimaschutz, auch Merkel. Jetzt besteht die Chance auf ein neues Foto - mit mehr Taten. Doch eine gemeinsame Pressekonferenz hat die Kanzlerin erstmal nicht angesetzt.

"Fridays for Future"- Aktivistinnen treffen Merkel
Georg Schwarte, ARD Berlin
20.08.2020 09:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 20. August 2020 um 06:10 Uhr.

Korrespondentin

Angela Ulrich | Bildquelle: Jens Jeske/www.jens-jeske.de Logo RBB

Angela Ulrich, RBB

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