Angela Merkel in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem | Bildquelle: DEBBIE HILL/POOL/EPA-EFE/REX/Shu

Merkel in Israel Dem Antisemitismus entgegentreten

Stand: 04.10.2018 11:50 Uhr

Bundeskanzlerin Merkel hat bei einem Besuch in Israel einmal mehr betont, Deutschland müsse dem Antisemitismus entgegentreten. Für ihren Einsatz wurde sie von der Universität Haifa geehrt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die "immerwährende Verantwortung" Deutschlands für die Verbrechen der Shoah betont. Man müsse immer wieder an dieses Verbrechen erinnern und Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt entgegentreten, sagte sie bei einem Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Bundeskanzlerin Merkel steht lächeln neben Israels Premier Netanyahu und dessen Frau. | Bildquelle: dpa
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Verschiedene Themen stehen auf dem Programm bei Gesprächen mit Ministerpräsident Netanyahu

Bereits in der Pogromnacht des 9. November 1938 sei den jüdischen Menschen in Deutschland Hass und Gewalt in ungeahntem Ausmaß entgegengeschlagen. "Was aber dann folgte, waren die beispiellosen Verbrechen des Zivilisationsbruchs der Shoah", fügte die Kanzlerin hinzu.

Merkel befindet sich zu deutsch-israelischen Regierungskonsultationen in Israel. Am Mittwoch hatte sie bereits Premier Benjamin Netanyahu zum Abendessen getroffen. In den vergangenen Jahren hatte sie wiederholt erklärt, die Unterstützung des jüdischen Staates gehöre zur Staatsräson Deutschlands.

Wirtschaft und Wissenschaft stehen bei der Regierungskonsultation im Vordergrund
tagesschau 14:00 Uhr, 04.10.2018, Mike Lingenfelser, ARD Tel Aviv

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Merkel bekommt Ehrendoktorwürde

Für ihren Einsatz verlieh ihr die Universität Haifa die Ehrendoktorwürde. Sie habe sich gegen Rassismus und Antisemitismus eingesetzt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erhält im Israel-Museum die Ehrendoktorwürde der Universität Haifa in Jerusalem. | Bildquelle: dpa
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Kanzlerin Merkel erhält die Ehrendoktorwürde an der Universität Haifa

Die Hochschule begründete die Ehrung mit dem Führungsstil der Kanzlerin, der auf den Prinzipien von Gleichheit, Freiheit und Menschenrechten basiere. Merkel sei ein Vorbild für Frauen auf der ganzen Welt. Die Auszeichnung würdige auch ihren unerschütterlichen Beitrag zu der starken Freundschaft und den tiefen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel, hieß es.

"Vertrauensbeweis gleiche einem Wunder"

Merkel wertete die Auszeichnung als "Vertrauensbeweis, auch stellvertretend für mein Land, das ich vertreten darf". Dieses Vertrauen gleiche vor dem Hintergrund der von Deutschland während des Holocausts begangenen Verbrechen einem "Wunder". Die mit Israel aufgebaute Freundschaft sei ein "unschätzbares Geschenk". Gerade in der heutigen Zeit müsse man die freiheitlichen Werte "ohne Kompromisse vertreten", betonte die Kanzlerin.

Verständnis für harte Haltung gegenüber Iran

In einer Gesprächsrunde mit Studenten äußerte sich die Kanzlerin auch zu den Beziehungen zwischen Israel und dem Iran. Sie zeigte Verständnis für die harte Haltung Israels. Sie sei mit der israelischen Regierung einer Meinung, dass alles getan werden müsse, "um die nukleare Bewaffnung des Iran zu verhindern", so Merkel. "Ich bin sehr, sehr überzeugt, dass das eine wirklich reale Gefahr auch für Israel ist."

Unterschiedliche Auffassungen gebe es aber nach wie vor in der Frage des Atomabkommens mit dem Iran, an dem Deutschland anders als Israel festhalten will. "Das ist naturgemäß ein Gegenstand weiterer Diskussion mit dem Premierminister Netanyahu", sagte die Kanzlerin. Dabei müsse genau überlegt werden, ob das Atomabkommen mit dem Iran nicht ein guter Weg sei, "um für eine bestimmte Zeit die nukleare Weiterentwicklung zu verhindern".

"Bedrohung Israels größer geworden"

Merkel verwies darauf, dass die Bedrohung Israels durch die militärische Verwicklung des Iran in den Krieg im Nachbarland Syrien "noch größer geworden" sei. Der Gedanke, dass iranische Truppen zum Teil direkt hinter den Golanhöhen stehen, sei natürlich schon eine Bedrohung. Die rechtsgerichtete Regierung Netanyahus lehnt das internationale Atomabkommen mit dem Iran entschieden ab.

Bei weiteren Gesprächen mit dem Premier dürfte es auch um das Atomankommen gehen. Außerdem sollen die Differenzen etwa über den israelischen Siedlungsbau in den besetzten palästinensischen Gebieten zur Sprache kommen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Oktober 2018 um 14:00 Uhr.

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