NSA-Abhöraffäre Die Handys der Angela Merkel

Stand: 24.10.2013 18:15 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mehrere Handys im Gebrauch. Die Bundesregierung hat keine Beweise dafür, dass eines oder mehrere dieser Handys vom amerikanischen Geheimdienst NSA abgehört wurde, sie sieht aber "starke Indizien" dafür: Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios ist offenbar in Regierungskreisen ein geheimes NSA-Dokument aufgetaucht, in dem mehrere Regierungsnummern aufgelistet sind.

Ohne Code keine Sicherheit

Angela Merkel mit Handy
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Nicht ohne mein Handy: Merkel nutzt häufig ihr Mobiltelefon.

Die Kanzlerin nutzt - wie auch die anderen Kabinettsmitglieder - für Gespräche auf ranghoher nationaler und internationaler Ebene ein so genanntes "Krypto-Handy". Es ist ausgestattet mit einer Technik, die Gespräche, SMS-Nachrichten und E-Mails abhörsicher verschlüsseln kann. Allerdings muss dazu vor dem Gespräch oder dem Versenden einer Nachricht ein entsprechender Code eingegeben werden. Geschieht dies nicht, sind die Daten nicht abhörsicher. Auch der Telefonpartner muss mit solch einem "Krypto-Handy" ausgestattet sein, damit das Gespräch nicht abgehört werden kann. 

Einiges deutet aber darauf hin, dass es sich bei dem angezapften Telefon nicht um das "Krypto-Handy" der Kanzlerin handelt, sondern um ein Mobiltelefon, dass Angela Merkel vor allem in ihrer Funktion als CDU-Parteivorsitzende nutzt.

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Sperrig und langsam

Ein Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sagte laut einem Bericht von sueddeutsche.de, das mutmaßlich vom US-Geheimdienst abgezapfte Handy sei als nicht abhörsicher eingestuft gewesen. Das BSI ist zuständig für Fragen der IT-Sicherheit. Die Behörde legt demnach unter anderem fest, welche Sicherheitsvorkehrungen für die Kommunikation sogenannter Verschlusssachen (VS) zu treffen sind. Die Nutzung privater Geräte am Arbeitsplatz sei laut VS-Anweisung für Personen, die Zugang zu Verschlusssachen haben, grundsätzlich untersagt, Ausnahmen seien aber möglich.

Nach einem Bericht von faz.net sei schon an der Telefonnummer zu erkennen, dass es sich um einen normalen handelsüblichen Mobilfunkvertrag handele - solch ein Handy dürfe die Kanzlerin aus Sicherheitsgründen eigentlich nicht mit sich herumtragen. Allerdings, so der Bericht, würden etliche Bundesminister trotz Verbots private Telefone benutzen: Die abhörsicheren Geräte seien in der Handhabung sperrig und langsam.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Oktober 2013 um 14:00 Uhr.

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