Angela Merkel | Bildquelle: AFP

Merkel zu Judenhass "Das ist nie verschwunden"

Stand: 28.05.2019 18:35 Uhr

Kanzlerin Merkel hat sich im CNN-Interview besorgt über den Antisemitismus gezeigt. Die guten Wahlergebnisse der Grünen begründete sie damit, dass die Partei Themen aufgreife, die die Menschen bewegen. Die CDU habe hier Defizite.

Antisemitismus in Deutschland hat nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel in den vergangenen Jahren zugenommen. Merkel sagte im Interview mit dem Sender CNN-International: "Es gibt leider bis heute keine einzige Synagoge, keinen einzigen Kindergarten, der jüdisch geprägt ist, vor dem nicht deutsche Polizisten stehen und aufpassen müssen, dass nichts passiert."

Das sei über die Jahrzehnte nie verschwunden, aber habe nun zugenommen, sagte Merkel auf die Frage nach einem Anstieg an Populismus und Antisemitismus. In Deutschland seien solche Entwicklungen "immer noch in einem bestimmten Kontext, auch unserer Vergangenheit zu sehen".

Der jungen Generation müsse immer wieder gesagt werden, "was die Geschichte an Schrecklichem hervorgebracht hat, was von deutschem Boden ausgegangen ist", betonte Merkel. Es müsse auch klar gemacht werden, "warum wir für Demokratie sind und warum wir keine Toleranz zeigen gegenüber Verletzungen der Menschenrechte".

"CDU muss bessere Antworten finden"

Merkel begründete gegenüber CNN das gute Abschneiden der Grünen bei der Europawahl mit den Themen, die die Menschen im Augenblick sehr bewegen. Das sei zum Beispiel der Klimawandel. Für ihre Partei sei das "natürlich dann auch Aufforderung, noch bessere Antworten auf diese Fragen zu finden und vor allen Dingen zu sagen, dass wir uns den Zielen, die wir uns selbst gesetzt haben, auch verpflichtet fühlen".

Erfreut zeigte sich Merkel über die gestiegene Wahlbeteiligung bei der Europawahl. Gleichzeitig bekräftigte sie, dass die Tatsache, dass ihre Partei stärkste Kraft geworden sei, eine Rolle bei der Besetzung der Positionen in der EU spielen werde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Mai 2019 um 18:00 Uhr.

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