Interview

Exklusiv-Interview mit Verleger Khafagy "Erwarten Sie, dass die nett zu mir sind?"

Stand: 24.08.2007 18:13 Uhr

Der in München lebende Ägypter Abdel-Halim Khafagy
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"Erwarten Sie, dass die nett zu mir sind?" Verschleppungsopfer Khafagy

Die Verschleppung Khafagys

Der in München lebende ägyptische Verleger Abdel-Halim Khafagy wurde im September 2001 in Sarajevo unter Terrorismusverdacht festgenommen. Bei der Festnahme wurde der damals 69-Jährige am Kopf verletzt. Anschließend wurde er offenbar nach Tuzla auf die US-Militärbasis "Eagle Base" gebracht. Dort sollte er von zwei Beamten des Bundeskriminalamtes und einem Dolmetscher des Bundesnachrichtendienstes vernommen werden. Da die Deutschen nach eigener Aussage den Eindruck hatten, dass in "Eagle Base" Gefangene misshandelt wurden und unter Schlafentzug litten, brachen sie den Einsatz ab, bevor es zur Vernehmung kam. Khafagy wurde nach etwa zwei Wochen Gefangenschaft in sein Geburtsland Ägypten ausgeflogen, von wo aus er wenig später nach Deutschland zurückkehrte.

US-Soldaten bei einer Übung auf dem Stützpunkt "Eagle Base" in Tuzla (Archivbild 1998)
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US-Soldaten bei einer Übung auf dem Stützpunkt "Eagle Base" in Tuzla (Archivbild 1998)

Über Khafagy

Ungereimtheiten im Interview mit Khafagy sind erklärbar: Er ist mittlerweile 74 Jahre alt und war durch die Ereignisse mutmaßlich traumatisiert. Bei seiner Rückkehr bescheinigte ihm ein Arzt eine ängstlich-depressive Stimmungslage, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen. Zudem hat er wahrscheinlich Hemmungen, als strenger Muslim und offensichtlich stolzer Mann vor Fremden zuzugeben, misshandelt worden zu sein. Sein Umfeld erzählt, er habe Wochen und Monate gebraucht, über seine Erlebnisse in Tuzla zu sprechen und habe nach seiner Rückkehr sehr wohl von Misshandlungen erzählt.

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