Ernst August und Caroline von Hannover

BGH stärkt Prominentenschutz gegen Pressefotos Caroline klagt erfolgreich gegen Bildveröffentlichung

Stand: 06.03.2007 16:41 Uhr

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat den Schutz Prominenter vor der Veröffentlichung ungenehmigter Fotos deutlich gestärkt. Prinzessin Caroline von Hannover und ihr Ehemanns Prinz Ernst August bekamen mit Klagen gegen deutsche Illustrierte weitgehend Recht. Die Zeitschriften hatten im Jahr 2002 heimlich aufgenommene Urlaubsfotos des Paares abgedruckt, die es im Ski-Urlaub auf belebten Straßen und in einem Sessellift zeigen.

Ernst August und Caroline von Hannover

Ernst August und Caroline von Hannover (Archivbild Mai 2006)

Der BGH folgte mit seiner Entscheidung dem Caroline-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg vom Juni 2004, wonach die Veröffentlichung von Bildern der Prinzessin verboten sind, wenn diese nicht in offizieller Funktion fotografiert wurde und kein allgemeines Interesse an der Berichterstattung besteht.

EUGH hatte mehr Schutz für Prominente gefordert

Das Europäische Gericht hatte in der Urteilsbegründung grundsätzlich einen wirksameren Schutz Prominenter gegen Presseveröffentlichungen durch die deutsche Rechtsprechung angemahnt. Fotos, die allein die Neugier des Publikums befriedigen, sollten demnach nicht mehr unter dem Schutz der Pressefreiheit stehen.