Interview

Interview zum Stasi-Opfer-Gesetz (1) "In der Isolationshaft gab es Wasser und Brot"

Stand: 22.10.2015 11:59 Uhr

Die Frauen-Haftanstalt Hoheneck
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Hier, im damaligen Frauen-Gefängnis Hoheneck, durchlitt Tatjana Sterneberg ein dreijähriges Trauma.

Zur Person

Tatjana Sterneberg wurde 1952 in Berlin-Lichtenberg geboren. Sie lernte Restaurantfachfrau und arbeitete bis zu ihrer Verhaftung 1973 als Kellnerin in einem Ost-Berliner Hotel. Nach drei Jahren Haft im Frauengefängnis Hoheneck wurde sie freigekauft und zog nach West-Berlin, wo sie noch heute lebt. Dort arbeitete sie zunächst weiter in der Gastronomie, bis sie 2001 ihre Arbeit aufgeben musste. Grund: Die seelischen und körperlichen Folgen ihres im Gefängnis erlittenen Traumas. Heute bekommt die 55-Jährige eine Arbeitsunfähigkeitsrente und arbeitet in der von ihr gegründeten Informations- und Beratungsstelle für Opfer der SED-Diktatur in Berlin. Manchmal sei das belastend, sagt sie. „Aber es freut mich auch zu sehen, wenn die Leute meine Erfahrung mitnehmen. Ich weiß, wovon sie reden. Das fehlt den Betroffenen oft am allerdringlichsten.“

Hochzeit nach der Haft: Tatjana Sterneberg und ihr Mann 1977.
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Hochzeit nach der Haft: Tatjana Sterneberg und ihr Mann Antonio 1977.

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