Eine Blaumeise sitz auf einem Zweig | Bildquelle: picture alliance/dpa

Lungenentzündung Mysteriöses Meisensterben geklärt

Stand: 22.04.2020 16:48 Uhr

Wochenlang standen Experten vor einem Rätsel: Tausende Blaumeisen starben auf mysteriöse Weise. Nun scheint das Rätsel gelöst: Die Tiere starben an einer Lungenentzündung.

Als Grund für den Tod ungewöhnlich vieler Blaumeisen in den vergangenen Wochen haben Experten ein Bakterium ausgemacht. "Die bei uns untersuchten Tiere sind alle an einer Lungenentzündung gestorben, für die das Bakterium Suttonella ornithocola der Auslöser war", sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves). Mit dem Coronavirus hat die Krankheit nichts zu tun.

Demnach handelt es sich um ein Bakterium, das 1996 in England und Wales erstmals für ein massives Meisensterben verantwortlich gemacht wurde. 2018 wurde der Erreger im Zusammenhang mit einem Versterben von Meisen dann auch in Nordrhein-Westfalen beschrieben. Wie es heißt, besteht für Menschen oder andere Tiere keine Gefahr. Der Erreger sei jeweils aus den inneren Organen der Tiere isoliert worden, teilte Laves mit.

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Erreger für Menschen ungefährlich

Der Naturschutzbund (NABU) hatte in den vergangenen Wochen über ungewöhnlich viele tote Blaumeisen berichtet und die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. Erste Fälle wurden demnach bereits Mitte März aus Rheinhessen in Rheinland-Pfalz gemeldet. Laut NABU wurden innerhalb von nur zwölf Tagen 13.800 Fälle aus Deutschland gemeldet, die etwa 26.000 Vögel betrafen.

Nach Angaben des Laves konnte die Infektion aktuell in den Landkreisen Ammerland und Diepholz nachgewiesen werden. Der Erreger ist auch nach NABU-Einschätzung für Menschen und Haustiere ungefährlich. Da Vögel aber auch an anderen Krankheiten gestorben sein könnten, sei im Umgang mit den toten Tieren immer Vorsicht geboten. Um Ausmaß, räumliche Verbreitung und Verlauf der Epidemie ermitteln zu können, ruft der Naturschutzbund weiter dazu auf, verstorbene Vögel über sein Online-Formular zu melden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. April 2020 um 16:15 Uhr.

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