Medizinstudenten der Medizinischen Hochschule Hannover | Bildquelle: dpa

Medizinstudium in der Corona-Krise Arbeitseinsatz statt Staatsexamen

Stand: 31.03.2020 09:13 Uhr

Damit Medizinstudierende bei der Versorgung von Corona-Patienten helfen können, wird das zweite Staatsexamen um ein Jahr verschoben. Die Qualität der Ausbildung werde darunter nicht leiden, betonte Gesundheitsminister Spahn.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat eine Verordnung unterzeichnet, um den Einsatz von Medizinstudenten als Helfer während der Corona-Pandemie zu erleichtern. Das eigentlich im April anstehende zweite Staatsexamen soll auf April 2021 verschoben werden.

Studenten, die diesen zweiten der insgesamt drei großen Prüfungsteile des Medizinstudiums normalerweise jetzt absolvieren würden, sollen stattdessen das Praktische Jahr (PJ) vorziehen. Das zweite Staatsexamen würde dann im Anschluss an das PJ stattfinden, vor dem dritten Staatsexamen.

Keine Nachteile beim Studienabschluss

Beim PJ durchlaufen die Studierenden ein Jahr lang verschiedene Bereiche wie Chirurgie oder innere Medizin. Spahn erklärte: "Ich bin den Medizinstudierenden sehr dankbar, dass sie in dieser schwierigen Lage in der medizinischen Versorgung mit anpacken." Die Betroffenen müssten keine Nachteile für ihren Studienfortschritt hinnehmen. Es gebe keine Abstriche bei der Qualität der ärztlichen Ausbildung.

Appell an die Länder

Die Bundesländer können laut Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums aber von diesem Plan auch abweichen und die Prüfungen wie geplant stattfinden lassen, wenn sie deren "ordnungsgemäße Durchführung (...) unter den Bedingungen der epidemischen Lage sicherstellen können".

Bereits Mitte März hatte Spahn die Gesundheitsminister der Länder aufgerufen, verstärkt auch Medizinstudenten bei der Bekämpfung des Coronavirus einzusetzen. Das Ministerium werde kurzfristig die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, hatte er angekündigt.

Mehr Kompetenzen für Bund in Krisenzeiten

Zum Corona-Hilfspaket, das Bundestag und Bundesrat verabschiedet hatten, gehört auch, dass der Bund zusätzliche Kompetenzen erhält. Für ein Jahr befristet wurde dazu das Infektionsschutzgesetz geändert. So kann der Bund bei einer Epidemie unter anderem dafür sorgen, dass zusätzliche personelle Ressourcen im Gesundheitswesen sichergestellt werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. März 2020 um 23:00 Uhr.

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