Ärger um Abiturprüfungen in Baden-Württemberg

Entscheidungen zu Mathe-Abi Mal zu schwer, mal angemessen

Stand: 05.06.2019 16:09 Uhr

Zehntausende Schüler hatten sich bundesweit über ein zu schweres Mathe-Abitur beklagt und Online-Petitionen gestartet. In vier Bundesländern haben inzwischen die Kultusministerien entschieden, ob die Prüfung zu schwer war.

Die Aufgaben seien zu schwer gewesen, zu umständlich formuliert und hätten nicht dem Lehrstoff entsprochen: Mehr als 96.000 Schüler haben bundesweit Online-Petitionen gegen das Mathe-Abi unterzeichnet. Kultusministerien in Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und dem Saarland haben über die Prüfungen beraten. Positive Antworten gibt es für Schüler aus Hamburg und dem Saarland.

Hamburger Mathe-Abi war in Teilen zu schwer

Schüler in NRW beim Zentralabitur | Bildquelle: dpa
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Schüler in mehreren Bundesländern hielten ihre Matheaufgaben für zu anspruchsvoll.

Die Hamburger Schulbehörde teilte mit, dass die Bewertungen korrigiert werden sollen. Bei einem Teil der betroffenen Schüler werde die Note nachträglich heraufgesetzt. Zwischenergebnisse hätten die Einschätzung der Schulbehörde bestätigt, dass zwei der vier Hamburger Mathe-Abiklausuren zu schwer gewesen seien. Dabei geht es um die schriftlichen Arbeiten auf dem sogenannten grundlegenden Niveau. Daneben gibt es noch das erhöhte Niveau für Schüler mit Leistungskurs Mathematik. Zuvor wurde Schülern, die die Klausur auf grundlegendem Niveau abgelegt haben, angeboten sich zusätzlich mündlich prüfen zu lassen.

"Mildere" Bewertung im Saarland

Auch saarländische Schüler können jetzt mit besseren Noten rechnen. Wie das saarländische Bildungsministerium mitteilte, sollen die Klausuren nach einer "milderen" Bewertungstabelle benotet werden. Damit solle sich die Mathe-Note um rund einen Notenpunkt erhöhen. Korrekturen hätten gezeigt, dass die Klausuren im "Anforderungsniveau anspruchsvoll, aber noch angemessen", jedoch "insgesamt etwas zu umfangreich" waren.

In Niedersachsen "lösbare" Aufgaben

Das Fazit des niedersächsischen Kultusministeriums: Die Prüfungen waren anspruchsvoll, aber sie waren lösbar. In Niedersachsen bleiben damit die Noten des Mathe-Abiturs so wie sie sind. Mehr als 13.000 Mal wurde hier die Online-Petition unterschrieben.

Proteste gegen Mathe-Abitur
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Mehr als 96.000 Mal wurden die Online-Petitionen gegen das Mathe-Abi unterschrieben

75.000 Unterschriften in Bayern

Das Bayerische Kultusministerium sieht wie das Niedersächsische keinen Korrekturbedarf. Trotz mehr als 75.000 Unterstützern der bayerischen Petition sei das Abi "anspruchsvoll, aber insgesamt angemessen" gewesen. Die Erstkorrektur der Klausuren deute jedoch darauf hin, dass der Notendurchschnitt schlechter ausfallen könnte, erklärte Bayerns Kultusminister Michael Piazolo.

In Mecklenburg-Vorpommern lässt die Entscheidung des Bildungsministeriums noch auf sich warten. Seit rund einem Monat warten die Schüler und 6.500 Unterstützer der Petition auf eine Antwort.

Über dieses Thema berichtete NDR 1 Niedersachsen am 05. Juni 2019 um 12:00 Uhr.

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